spacer
spacer
Logo
Rotationsbanner 468x60



 
Hauptmenü
Startseite
Suche
Buch
Hörbuch
Film zum Buch
Vorschau
Videos
Magazin & Interviews
Autoren
Verlage
Forum
News
Service
Branchenbuch
Extras
Shop
Newsletter
Mediadaten/Werbung
Impressum
Newsletter
Wöchentliche Buchtipps, Buchpakete gewinnen & Neuigkeiten - Hier abonnieren

Hinweise zum Newsletterversand
Zu Google hinzufügen
Fügen Sie die literature.de-Rezensionen zu iGoogle hinzu
 

Startseite arrow Buch arrow Abschaffel

Abschaffel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Irmela Körner, am 22-10-2004 08:00
Editorbewertung Keine Bewertung
Durchschnittliche Benutzerbewertung Keine Bewertung
Favoriten 14

Wilhelm Genazino - Abschaffel - Hier weiterlesen!Taufrisch : Abschaffel

Bücher führen jenseits ihrer Geschichten, die sie zwischen den Umschlagseiten Preis geben, ein merkwürdiges Eigenleben. Anfangs verhalten sie sich oft spröde, verweigern sich dem Lesenden, bald reduzieren sie sich auf ein unscheinbares Dasein irgendwo im Bücherschrank, bis sie, angestaubt und fast schon vergessen, wieder auftauchen und nachdrücklich danach verlangen, nochmals neu oder überhaupt zur Kenntnis genommen zu werden.
Sie sind dann reifer geworden, aber immer noch voller Überraschungen. So ist es mit Abschaffel, der Roman-Trilogie von Wilhelm Genazino, mit der der 1943 in Mannheim geborene Autor seinerzeit Furore bei der 68er Generation machte.
Endlich ein Autor, der etwas versteht von den Ängsten und Bedrückungen der Angestellten, einer, der sich auskennt mit der Mühsal, die es kostet, sich den Freizeitangeboten der Konsum- und Spaßgesellschaft zu verweigern, hieß es damals euphorisch in den Rezensionen.

Genazinos Protagonist Abschaffel ist ein kleiner Angestellter, so wie es Franz Kafka einer war, auf den sich der Autor immer wieder bezieht. Viel mehr erfahren wir nicht über Abschaffel, er hat keinen Vornamen, im Grunde genommen hat er gar nichts, was einem in Erinnerung bleiben könnte, abgesehen von der Angst, übersehen zu werden, sich zu verflüchtigen. "Abschaffel schaltete eine kleine Lampe ein, weil er das Gefühl vermeiden wollte, mit dem langsamen Dunklerwerden des Abends selbst zu verschwinden"
So wenig ist von Abschaffel zu sagen und doch so viel, um damit in einer dreiteiligen Geschichte 570 Seiten beste Literatur zu bieten.

Die Seiten füllen sich vor allem mit den Träumen und Phantasien des Flaneurs Abschaffel dem in seinem ereignisarmen Dasein nicht viel anderes bleibt als Selbstreflexionen und das ständige sich um sich selber drehen. Eine Tretmühle des Alltags, schweißtreibend und öde, aber gleichzeitig merkwürdig komisch in all ihrer Kläglichkeit. Typisch für Genazinos Titelheld ist, dass er im "Dialog mit sich selbst" eingesperrt ist und mit seinen Wünschen nie über die Phase der Vorsätze hinauskommt. Belanglose Wahrnehmungen erregen ihn bis zur Besessenheit, so werden aus Mücken Elefanten und aus kleinen Irritationen und Vorkommnissen werden Tragödien. Da ist kein Happy End in Sicht. "Ein wenig müde und zufrieden betrat Abschaffel das Woolworth. Er wusste, dass er hier nichts wollte und er wusste, dass hier nichts geschah. Er lief nur zwischen den Verkaufstischen umher, und die einzige Wohltat, die er empfand bestand darin, das der ewig schmerzliche Abstand zwischen sich und der Welt hier ein wenig kleiner zu sein schien".

12 Jahre waren nach Genazinos erstem Buch "Laslingstraße" vergangen, ehe er 1977 mit Abschaffel eine kleine literarische Sensation landete. Es habe so lange gedauert, weil ihm das Leben damals zwischen das Bücherschreiben gekommen sei, begründet er die Pause. Das Leben, das war die Liebe, praktischerweise zur Tochter seines Lektors, dann kamen die Kinder und so musste Genazino nicht nach der Kunst, sondern eher nach Brot gehen. Viele Jahre lang arbeitete er als Journalist, als Hörspielautor und als Feuilletonist. Bis dann Abschaffel aus ihm herausdrängte.
Inzwischen hat der süddeutsche Autor mit dem italienischen Namen viele literarische Auszeichnungen erhalten, erst jüngst den renommierten Büchner Preis. Er hat sie verdient die Ehrungen.

Nach wie vor durchzieht das Melancholische, Skurrile seine Bücher, dazu das Bemühen um Distanz zu den Zerstreuungen dieser Gesellschaft. In Zeiten heftiger Diskussionen um Hartz IV, mangelnder Arbeitsplätze und sich überschlagender Negativmeldungen ist Genazinos Abschaffel ein komisch tröstliches Buch von einem der sich bemüht, " jeden Tag der Herr seines Geschicks zu sein". Abschaffel, "der Erschöpfer und Abnehmer einer übergeordneten Vornehmheit, die mit dem Leben keine Anstände hatte", ist ein taufrisches, wunderbares Buch, das ungeduldig darauf wartet, wieder gelesen zu werden.

Redakteurin: Irmela Körner

Informationen zum Buch

Sie können das Buch bequem online bei unseren Buchhandelspartnern bestellen:

Weiterführende Links / Besprechungen bei uns

Wilhelm Genazino
Abschaffel
Roman-Trilogie
dtv
571 Seiten, EUR 12,50
ISBN
3-423-13028-8

 

Gesponserter Link:

Ihr gesponserter Link hier - weitere Informationen!

 



Letztes Update: 22-10-2004 08:00

Veröffentlicht in : Buch, Belletristik
Artikel zitieren Zu meinen Favoriten hinzufügen An Freund senden Ähnliche Themen

Benutzerkommentare (0) RSS feed Kommentar
Nur registrierte Benutzer können einen Artikel kommentieren. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.

Keine Kommentare vorhanden

Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu



mXcomment 1.0.6 © 2007-2008 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
< Zurück   Weiter >
spacer
Suche
Anzeige
Anmeldung
Warum anmelden?
Mehr erfahren...
Statistik

9.381 Rezensionen, 1.531 Autorenporträts,  1.947 Clubmitglieder, uvm.

Wer ist Online
Aktuell sind 530 Gäste online und 1 Mitglied online
Ähnliche Themen
Forum
Anzeige
RSS-Feeds


Hörbücher hier herunterladen!

Impressum  |  Kontakt  |  AGB  |  Blog  |  FAQ  |  Werben auf literature.de  |  Presse  |  Jobs  |  RSS-Feeds

Partner: frueherlesen | blaetterrauschen | Zu Google hinzufügen

© 1998-2008 literature.de - literaturschau-mediendienst und content-newmedia.de  |  litstats

Alle Rechte vorbehalten - kein Teil der Inhalte darf auf anderen Seiten / in anderen Medien ohne Zustimmung von literature.de verwendet werden!

Empfehlungen:

spacer