Die Kugel hatte ihm gegolten, doch das Opfer war seine junge Sekretärin. Anwalt Sam Gamett ist vollkommen am Boden. Er schmeißt den Job und fängt an zu trinken. Unaufhörlich quält ihn die Frage: Warum bin ich noch am Leben? Sein einziger Halt ist eine charismatische Fernsehpredigerin, die ihm die verzweifelt ersehnte Antwort geben soll.
Als er nicht mehr tiefer sinken kann, schaltet Sam den Fernseher ein und hört die Stimme von Sister North, einer Fernseh-Nonne mit dem festen Glauben an die Güte Gottes und der Menschen. Mehr und mehr wird es für den gescheiterten Anwalt zur fixen Idee, dass er mit dieser Frau sprechen muss. Nur sie kann ihm sagen, warum er noch am Leben ist, warum ein Gott, an den er eigentlich nicht glaubt, ihn verschont hat. Nach einer abenteuerlichen Fahrt mit dem verhinderten Zauberkünstler Willie erreicht er den kleinen Ort in Tennessee, der zum Zentrum des Sister-North-Hypes geworden ist. Dort trifft er auf seltsame Gestalten, noch seltsamere Gerüchte - und auf Meg.
An einem Tag wie dieser ist eine reizvolle Mischung aus "Roadmovie", Gesellschaftssatire und dem Psychogramm eines liebenswerten Verlierers. Nach einer skurrilen Reise quer durch Amerika mit einem Begleiter, der mindestens so verrückt ist wie der Protagonist selber, landet er in der in einem Dorf, in dem sich sein Schicksal erfüllen soll. Zusammen mit anderen gebrochenen Existenzen - allen voran dem Sauertopf Patrick und seiner religiösen Frau Lila - wartet er auf die Rückkehr der Nonne, die angeblich aus gesundheitlichen Gründen in Frankreich weilt. Dann kommt das Gerücht auf, dass sie tot ist, doch für Sam ist es längst zu spät, in das "normale" Leben zurückzukehren. Er braucht seine Antwort - so oder so.
Der besondere Reiz des Romans liegt vielleicht darin, dass es dem Autor gelingt, den episodenhaften Charakter der Erzählung mit einem stringenten Spannungsbogen zu verknüpfen. Irgendwann wird der Leser selber in den Bann der mysteriösen Schwester North gezogen und wartet zusammen mit Sam und seinen Freunden fieberhaft auf ihre Rückkehr. Dass ihm das gelingt, liegt sicher nicht zuletzt an der tiefen Menschlichkeit der Erzählung. Denn die Frage nach dem Sinn des Lebens hat sicher jeden schon einmal beschäftigt. Warum lebe ich?
Der Leser darf sich auf eine ebenso tiefsinnige wie einfache Antwort gefasst machen.
Fazit: Ein ungewöhnlicher Roman voller Witz und Wärme