Ausgerechnet auf seiner Hochzeitsreise trifft Mihaly seinen alten Schulfreund Janos wieder. Mit seinem Auftauchen werden alte Erinnerungen an Tamas und Eva, das unkonventionelle Geschwisterpaar und an die erste Liebe wach. Mihaly erkennte, dass er erst mit der Vergangenheit abschließen muss, ehe eine Zukunft für ihn möglich ist.
Die schönsten Tage seines Lebens verbrachte der junge Mihaly im Haus der Familie Ulpius, zusammen mit Tamas und Eva. Von ihnen lässt der gutbürgerliche Mihaly sich zu seiner ersten Rebellion gegen die Gesellschaft hinreißen. Doch die Freundschaft zerbröckelt, und alles, was Mihaly später erfährt, ist, dass Tamas Selbstmord begangen hat. Einem inneren Zwang folgend trennt sich Mihaly auf der Hochzeitsreise von seiner Frau Erszi und beginnt eine traumwandlerische Reise durch Italien, an derem Ende ein Wiedersehen mit Eva stehen soll.
Reise im Mondlicht ist eine ebenso wehmütige wie skurrile Geschichte von verlorener Liebe und Unschuld. Mihalys verzauberten Spielen im Haus der beiden weltfremden Geschwister wird die Realität an der Seite der liebevollen, doch vernünftigen Erszi gegenübergestellt. Der Autor schafft eine Stimmung zwischen Eros und Todestrieb, die so magisch ist, wie der Titel des Romans selber. Im Verlauf des Romans wird der Selbstmörder Tamas immer mehr zum Symbol einer verschwundenen Jugend, die in ihrer Reinheit und Ganzheit nicht wiederzuerlangen ist. Während Mihaly seine alten Freunde einen nach dem anderen wieder ausfindig macht, versucht er, eine Rückkehr auf dem lange beschrittenen Weg ins Erwachsenwerden zu erzwingen. Nur Eva, die geheimnisvolle Muse seiner Kindheit, entzieht sich ihm hartnäckig, und gerade sie ist die einzige, die ihm die Wahrheit über Tamas Tod erzählen kann.
Mit viel Anmut und ohne falsche Sentimentalität erzählt der ungarische Autor Antal Szerb die Geschichte des Träumers Mihaly und der Realistin Erszi, die als Verheiratete eine Reise antreten und doch erkennen müssen, dass sie sich selber nur auf verschiedenen Wegen finden können, obwohl für beide der Schlüssel für ihr Glück in der Vergangenheit liegt.
Fazit: Dieser Roman gilt zu Recht als Meisterwerk der ungarischen Literatur