Zwei Männer, zwei Frauen, ein Selbstmord - nach zwanzig Jahren kann Estes immer noch nicht verstehen, warum sein Freund Schubert sich umgebracht hat. Nun geht er der Frage nach, ob und wie er es hätte verhindern können.
Estes und Schubert lernen sich in einem Kaffeehaus kennen und schätzen. Ihre einzige Gemeinsamkeit: Sie können einander zuhören. Außerdem stehen beide am Ende einer Beziehung. Doch diese Freundschaft ist offensichtlich nicht genug, denn Schubert bringt sich um. Jahre später treffen sich Estes und sein Bekannter Wittmann in demselben Kaffeehaus und philosophieren über das Leben im Besonderen und Allgemeinen.
Ein Stück des blauen Himmels erzählt eigentlich keine Geschichte, es ist vielmehr ein Kaleidoskop aus Erzählstimmen, verschiedenen Zeitstufen und philosophischen Betrachtungen. Es ist ein ruhiges Buch ohne eigentliche Botschaft, außer vielleicht der einen: Es geht weiter, egal wie schlimm es aussehen mag.
Trotz der positiven Grundstimmung lässt das Buch den Leser doch eher ratlos zurück. Zu verworren bleibt das Geschehen. Man bekommt zwar mit, dass es sich um ein Statement für das Leben, auch um eine Beziehungsgeschichte handelt, aber die Frage nach dem Warum bleibt. Der Roman ist mit seinen 116 zu kurz, als dass eine Charakter- und Plotentwicklung möglich wäre, andererseits aber auch zu lang, um allein von einer philosophischen Grundidee zu leben.
Über den Autor:
Helmut Eisendle wurde 1939 in Graz geboren. Er studierte Psychologie, Philosophie und Biologie. Seit 1972 lebt er als freier Schriftsteller in Wien.