"Antilopen", "Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson enthüllt die entsetzliche Wahrheit, wie die Frau über der Eisenbahnbrücke zu Tode gekommen ist" und "Zeit im Dunkeln". Sie alle stellen ihr Bild einer Gesellschaft dar, wie sie unterschiedlicher nicht sein kann. Ein Stück mit dem Thema der Menschen des schwarzen Kontinents, eine Kriminalballade und ein Einakter über das Schicksal illegaler Asylanten.
In Unterschiedlichkeit kaum zu toppen, bedient sich Mankell in allen Stücken einer sehr klaren, fast bildhafter Sprache. Seine Stücke strotzen nur so vor sprachdeuterischen, wie auch gestalterischen Übertreibungen. So schafft Mankell es, die notwendige Portion Tiefe und Bedeutung in seine Geschichten zu legen.
Am Beispiel von "Zeit im Dunkeln" wird die Wirkung dieser Sprache deutlich. Zwei Personen, Vater und Tochter haben, mit Hilfe von Schleppern ihre nordafrikanische Heimat aufgrund ihrer abweichenden politischen Meinung verlassen. Auf dem Seeweg über die Meerenge von Gibraltar nach Spanien ertrank die Frau des Mannes. In Lastwagen gepfercht und in steter Angst vor Entdeckung gelangten sie schließlich nach Schweden und hausen dort in einer konspirativen Wohnung. Der Vater vertraut der Zusage der Schleuser, ihm neue Papiere zu besorgen und ihn nach Kanada oder Australien zu bringen. Die Tochter dagegen ahnt bereits, daß man sie hintergangen hat.
Die tragische Wahrheiten der Gesellschaft werden dem Leser in den kurzen Dialogen zwischen Vater und Tochter vermittelt. Keine einzige normale Unterhaltung scheint zwischen den beiden entstehen zu können. Jeder Satz, jeder Gedanke ist vom Wissen um die vorbeigegangene Gefahr ,um den Verlust der Mutter und um die Hoffnungslosigkeit ihrer momentanen Situation vergiftet.
Mankell hat einen sehr eigenen Schreibstil. Die fehlende Sprachgewandtheit, die man vielleicht durch Prosatexte gewöhnt ist, vermißt man hier. Die oftmals paradoxen Dialoge verwirren und lenken dadurch ab. Kann man sich mit dieser Art des Schreibens und de Ausdrückens arrangieren, so wird man Mankell sicherlich als einen Autoren sehen, der in seinen Geschichten ein sehr reales Bild der gesellschaftlichen Wirklichkeiten beschreibt.