Die Liebe hat fast so viele Gesichter wie der Hass. In dreißig bösen Geschichten widmet sich die Dorothy Parker, das enfant terrible der New Yorker Gesellschafter der 30er und 40er Jahre, dem uralten Krieg der Geschlechter. Geistreich und witzig, grausam und innig, aber immer voller Scharfblick - ein Genuss für Zyniker und Romantiker mit Köpfchen.
Die Authenzität ihrer Geschichten erklärt sich aus Dorothy Parkers Umfeld. Die Autorin war die ungekrönte Königin eben jener Gesellschaft, die sie mit ihrer spitzen Feder attakiert. Aus ihren Geschichten schält sich das Bild einer oberflächlichen Decadence-Gesellschaft, die bis in die Kriegsjahre hinein ihre Homogeniät bewahrte. Frauen wie Männer sind schön, reich und egozentrisch, und die, die es nicht sind, wären es gerne. Indem sie den Ton ihrer Opfer perfekt nachahmt, entlarvt Parker ihre Zeitgenossen als die hohlen, und doch schmerzhaft menschlichen Dummköpfe, mit denen sie Tag für Tag zu tun hatte. Und Menschlichkeit ist zeitlos.
Über die Autorin:
Dorothy Parker, deren gesellschaftliches und literarisches Treiben es als "Mrs Parker und ihr lasterhafter Kreis" sogar zu Filmruhm brachte, gilt zu Recht als eine der genialsten und begabtesten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Als Ernest Hemingways Kurzgeschichten mit den ihren verglichen wurden, war war der alte Macho sogar stolz darauf. Denn die Frau, die damit kokettierte, nur des Geldes wegen zu schreiben, tut dies mit einem bitteren und zugleich witzigen Scharfblick, der Sentimentalität und Eitelkeit ebenso mitleidlos entlarvt, wie er zu Mitleid mit den Schwachen und Unterprivilegierten fähig ist.
Dorothy Parker New Yorker Geschichten 416 Seiten Kein & Aber ISBN 3-0369-5113-X
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