Zwei Seelen wohnen in Hugo Hamilton. Als Sohn irisch-deutscher Eltern, wurde 1953 in Dublin geboren, arbeitete als Journalist für eine Dubliner Zeitung, bevor er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen begann. Durch die Erziehung und das Aufwachsen mit drei Sprachen (Irisch, Englisch und Deutsch) fühlte er sich auch immer ein wenig mit Deutschland verbunden. In seinem Buch "Gescheckte Menschen" erinnert er sich an seine ungewöhnliche Kindheit. Als Sohn eines irischen Vaters und einer deutschen Mutter beseelte ihn ein Kinderleben lang nur ein Wunsch: endlich irgendwo hinzugehören. Der Vergleich mit Frank McCourts "Die Asche meiner Mutter" ist nicht weit hergeholt, sind doch beide auf der Suche nach ihrer eigenen Welt, zu der sie gehören können. Hugo lebt in einem Land, das auf keiner Landkarte verzeichnet ist. Der kleine Junge wurde in Irland geboren und wächst in Dublin auf, er geht jeden Abend in Deutschland zu Bett und steht am Morgen in Deutschland wieder auf. Er und sein Bruder tragen Lederhosen aus Bayern und Aran-Pullis aus Connemara, und sie sprechen kein Englisch, dafür aber Deutsch und Gälisch, was niemand in ihrer Straße versteht. Denn Hugo und seine Geschwister sind "braec" - gescheckt, eine Mischung verschiedener Elemente, die zu einem neuen Ganzen zusammengefügt wurden. Die Mutter ist aus dem kriegszerstörten Deutschland geflohen, der Vater will mit seiner Familie ein Bollwerk gegen alles Englische errichten. Es ist ein Traum, den er alleine träumt. Hugo registriert den hilflosen Nationalismus des Vaters und die Trauer der Mutter. Er sieht ihre Tränen und lässt sich doch von ihren sanften Trostgeschichten verzaubern. Aber wo genau ist sein Platz in dieser Welt? Was genau ist Heimat?
Nicht zuletzt die Übersetzung von Henning Ahrens macht das Buch zu einem Leseerlebnis. Auch in Deutschland zu Hause So spielen auch drei Titel seiner hochgelobten Pat Coyne-Serie in Deutschland. Hauptfigur ist der Anti-Held Pat Coyne, durch und durch irisch, auf der Suche nach dem eigenen Ich. Tragik und Komik vereinen sich auf geschickte Weise in Hamiltons Büchern, in denen es nicht vorrangig um die Aufklärung der Verbrechen geht. Somit steht er im krassen Gegensatz zu britischen Detektiven, die oftmals als einsame Rächer unterwegs sind. Normalität und Durchschnitt, Gedanken an triviale Gründe, zeichnen Coyne aus und auch seine Gegenspieler verkörpern diese Eigenschaften. Hamilton gelingt mit Pat Coyne ein Protagonist der Herzen. Immer wieder zeigt sich seine doppelte Identität in seinen Werken, die gleichermaßen zum Lesen und Nachdenken anregen. 1992 wurde Hamilton mit dem Rooney Price für Irish Literatur ausgezeichnet. Er lebt in Dublin. Andere Stimmen "Hamilton hat uns ein beeindruckendes Buch vorgelegt. So könnte es aussehen, wenn Flann O'Brians Universalgelehrter De Selby die Romane von Raymond Chandler mit jenen von Patrick McCabe gekreuzt hätte." (The Times) "Ein fantastisches Werk, nachdenklich und kraftvoll, klug und einzigartig, traumhaft schön geschrieben." (Nick Hornby) "Das fesselndste Buch, das ich seit Jahren gelesen habe. Faszinierend, ergreifend und immer wieder ungeheuer komisch." (Roddy Doyle) "Ein hinreißend schönes Buch, heiter und nachdenklich, sensibel und entschlossen, mit einem wunderbaren Sinn für Humor und einem Hauch von Tragik. Ich habe die Lektüre sehr genossen." (Bernhard Schlink) Bild (c) Knaus