Kein Tag vergeht, an dem nicht Bilder aus Krisengebieten über die Nachrichtensender auf den heimischen Wohnzimmer kommen. Viele Bilder gleichen sich, man schaut nicht mehr hin, scheint abzustumpfen. Manche schrecklichen Ereignisse reißen einen aus der Lethargie und führen vor Augen, dass die Gewalt greifbar ist. Gibt es eine Möglichkeit, die Welle der Gewalt zu stoppen, ein Patentrezept für die folgenden Generationen? Was planen Terroristen? Was sind ihre Ziele?
Ganz unterschiedlich sind die Zielgruppen der aufgeführten Bücher und der CD-Rom 3 Weeks after Paradise: Eine Stimme aus New York City. Die Katastrophe des 11. September ist vielen noch vor dem inneren Auge so präsent, als wäre es gestern gewesen. Israel Horovitz CD 3 Weeks After Paradise entführt den Hörer in das New York des 11. September. Ein Mann steht in New York am Fenster und schaut auf ein verwüstetes Areal gegenüber. Dort standen die Türme des World Trade Centers. Jetzt sind sie weg. Zwei Riesentürme, geknickt wie Streichhölzer. Unter ihren Trümmern sind Tausende von Menschen begraben.
Der Mann spricht über seine Gedanken, seine Verstörtheit und darüber, dass er dies alles begreifen, verstehen möchte. Er spricht für Hunderttausende, Millionen, aus New York, Lower Manhattan und überall auf der Welt. Fast überall. Laut Klappentext ist die CD ein Hörspielmonolog gegen die Angst und für den Versuch, zu verstehen - dem Sprecher Christian Brückner gelingt es, den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Die Bilder tauchen vor dem inneren Auge auf und werden real, fast zu real.
Die Täter des 11. September wollten sich und Tausende Menschen in den Tod jagen. Menschen zu schockieren ist das Ziel von Terroristen, möglichst groß soll der Schock sein, möglichst viele Menschen sollen geschockt werden, und darum sind die Attentate des 11. September der bisher perfekteste Terrorakt der Geschichte. In dem Buch der Herausgeber Stefan Aust und Cordt Schnibben, 11. September – Geschichte eines Terrorangriffs (Spiegel Buchverlag bei DVA) werden die Ereignisse dieses Tages, die Vorgeschichte, die persönlichen Schicksale der Täter und der Opfer in ihrer Dramatik und Tragik erzählt. Das Buch versucht Antworten auf die Frage nach den Motiven in den Lebensläufen der Täter zu finden, in den Einschätzungen von Eltern, Geschwistern, Freunden und Fahndern. Die Geschichte der Menschen, die den Tätern und den Türmen des World Trade Center entkamen, sind voller Trost: Sie erzählen davon, wie Lebenswille und Zufall über Terroristenpläne triumphieren. Seien es die nuke_stories der Feuerwehrmänner oder den Rettungskräften. Sie alle bewegen. Dazu tragen die Fotos und die Skizzen bei, die aus dem Buch weit mehr machen als eine Rekonstruktion der schlimmen Ereignisse. Sie lassen mitfühlen und mitleiden.
Bereits das erste Jahr des 21. Jahrhunderts wird in die Geschichte eingehen: Niemand wird so schnell die eindringlichen Bilder der Terroranschläge des 11. September vergessen, die auf einen Schlag mehrere Tausend Menschenleben forderten und damit die Psyche der gesamten Öffentlichkeit verwundeten. Wie konnte es dazu kommen? Caleb Carr versucht in seinem Buch Terrorismus – die sinnlose Gewalt die historischen Wurzeln und Möglichkeiten der Bekämpfung aufzuzeichnen. Nur wer die Wurzeln des Terrorismus kennt, wird begreifen, dass dieser schreckliche epochale Moment der jüngsten Attentate der Gipfel einer langen gewaltsamen Entwicklung ist. In der Antike fielen Krieger mordend über Unbeteiligte her und zerstörten wahllos Häuser und Städte; im Mittelalter versuchten missionierende Muslime und christliche Kreuzfahrer ihren Glauben mit dem Schwert zu verbreiten. Dabei geht der Schuss stets nach hinten los: Caleb Carr weist überzeugend nach, dass Terrorismus von Natur aus selbstzerstörerisch ist und letztlich nur die Entschlossenheit des Gegners festigt. Vor allem aus diesem Grund hat der Terrorismus nie längerfristige Erfolge erzielt, was ihm auch in Zukunft nie gelingen wird, so der Militärhistoriker und Romanautor Carr.
Die Ereignisse des 11. September zogen viele Ereignisse nach sich, wobei die Ursachen der ersten Fälle von Milzbrand in den USA noch nicht endgültig geklärt sind. Um einen Zufall konnte es sich bei den gehäuften Fällen jedoch nicht handeln; lange Zeit galt ein Bioangriff als unwahrscheinlich, heute ist der Bioterror, wie ihn Kurt Langbein, Christian Skalnik und Inge Smolek in Bioterror – die gefährlichsten Waffen der Welt beschreiben, eine konkrete Bedrohung. Das Szenario eines Angriffs mit biologischen Waffen ist in seinen Konsequenzen nahezu unabsehbar; die Menschen fühlen sich bis in ihre ureigensten Lebenssphären verunsichert. Die psychologische Wirkung ist verheerend. Das Buch schafft angesichts der neuen Bedrohung in vielfacher Hinsicht Aufklärung aus erster Hand: Wer besitzt Biowaffen? Wer forscht zu welchen Zwecken? Wie sinnvoll sind Schutzmaßnahmen? Wie verlaufen Erkrankung und Behandlung? Biowaffen werden seit der Antike eingesetzt. Sie dienten vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert der Sabotage und Schwächung des Gegners. Heute stellt sich die Frage: Wie einfach ist es, an Biowaffen zu kommen? Und natürlich wie groß die Gefahr eines Unfalls ist, wie realistisch die Befürchtung, dass sie von terroristischen Gruppierungen eingesetzt werden. Ergänzt wird der Band durch einen Serviceteil mit Katastrophenschutzplänen der Bundes- und Landesregierungen, Anleitungen für Schutzmaßnahmen und wichtigen Adressen.
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