Die Rentiere sind an den Grenzen ihrer Möglichkeiten angelangt. Schon am Nicolaustag war die Katastrophe perfekt. Die Kinder sind ziemlich unverschämt gewesen, hatten sogar Anglerstiefel vor die Tür gestellt. Und alle Schuhe mussten gefüllt werden. Und wer hatte das alles rangeschleppt? Die Rentiere! Zu Weihnachten wird es sicherlich noch schlimmer werden.
Lina und Daniel sitzen über ihren Wunschzetteln. Wie immer gehen sie sehr liebevoll miteinander um. Lina nennt ihren Bruder "Oberhohlblödmann" und Daniel revanchiert sich und betitelt seine Schwester mit "Schimmelschnitte mit Ekelwurst". Kurz, die beiden mögen sich. Lina wünscht sich zu Weihnachten ein Kaninchen. Sonst nichts. Sie hofft, dass der Weihnachtsmann ein Einsehen hat. Nur ein Wunsch, das muss doch zu machen sein. Daniels Wunschzettel ist ellenlang. Dennoch hofft er auf die Erfüllung all seiner Wünsche. Von den gravierenden Problemen, die im Büro des Weihnachtsmanns besprochen werden, ahnen die beiden nichts.
Herr Kaurismäki, ein immer etwas nach Kuhstall riechendes Rentier, beschwert sich über die missliche Lage beim Meister Matthäus, dem Leiter der Abteilung Auslieferung im Weihnachtsorganisationsbüro. Es kann so nicht weitergehen. Die Rentiere sind völlig überarbeitet und an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen. Meister Matthäus, ein Weihnachtsmann, versucht die gute Arbeit der Rentiere zu loben. Doch das nützt nichts. Herr Kaurismäki fordert mit Nachdruck Verstärkung, sonst wird Weihnachten nicht ausgeliefert. Meister Matthäus, der auf keinen Fall Lothar Matthäus genannt werden will, ist ratlos. Kein einziges freies Rentier ist verfügbar. Da wird in der Not eine Idee geboren. Wie wäre es Gastarbeiter umzuschulen und auszubilden? Mit Hilfe überirdischer Computertechnik wird eine Campagne gestartet. Gesucht werden Tiere, die sich beruflich verändern wollen, in einem guten Team arbeiten wollen und wert auf ganz viel Urlaub im Jahr legen. Es melden sich Wasserbüffel, Antilopen, Pferde, Elche, Kamele, Elefanten, ein Nilpferd, Kängurus, ein Hängebauchschwein und ein sehr kleines Kaninchen. Ob die Bewerber wohl für ihren neuen Job geeignet sind?
Um das Weihnachtsfest ranken sich viele Geheimnisse. Ein paar werden in dieser fantasievollen und ein bisschen verrückten Weihnachtsgeschichte gelüftet. Es gibt doch einige Probleme zu lösen, damit jedes Kind seine Geschenke erhalten kann. Dabei bedienen sich Weihnachtsmänner nicht nur himmlischen Kräften, sondern auch moderner Computertechnik. Die Geschichte ist witzig und humorvoll, aber auch spannend und fesselnd. Gelesen wird sie mit Tempo und Enthusiasmus von Peter Lohmeyer. Er spricht sehr betont und lebhaft. Die Dialoge liest er mit passend verstellter Stimme, was sehr für Abwechslung sorgt, den Text auflockert und jede Menge Spaß bringt. Das Anhören der weihnachtlichen Geschichte bereitet sicher nicht nur Kindern Freude, sondern der ganzen Familie.
Die Buchausgabe von Alle Jahre Widder ist im Carlsen Verlag erschienen.