Der Alchimist Lapidius ist nicht begeistert, als er als Sachverständiger zu einem Hexenprozess hinzugezogen wird. Als er erkennt, dass die Angeklagte Freya Seckler an der Franzosenkrankheit leidet, ergreift er die Gelegenheit und nimmt er die junge Frau zu sich, um sie zu heilen. Ein zweifacher Kampf um ihr Leben beginnt, denn Lapidius bleiben genau 21 Tage, um Freyas Unschuld zu beweisen.
Das zurückgezogene Leben des Alchimisten Lapidius nimmt ein jähes Ende, als er aufgefordert wird, den kranken Dorfarzt bei einem Hexenprozess zu vertreten. Der Fall sei eigentlich klar, denn zwei glaubwürdige Zeuginnen hätten die Schuld der Mörderin und Hexe Freya Seckler bestätigt, doch noch fehle das Geständnis der Frau. Lapidius, dessen aufgeklärter Geist die Grausamkeit der Folter verabscheut, erkennt sofort, dass die junge Frau an der Syphilis leidet und beruft sich auf ein altes Gesetz, das verbietet, sie in dem Zustand zu befragen. Er nimmt sie zu sich nach Hause, um sie in der "Hitzkammer" von ihrer Krankheit zu heilen.
Während Freya in dem abgelegenen Verschlag die Krankheit ausschwitzt, nutzt Lapidius die Zeit, Freyas Fall aufzuklären. Doch bald geschehen weitere Morde, die die Volkswut weiter aufstacheln und auch den harmlosen Alchimisten in Lebensgefahr bringen. Ein Zeichen auf den Leichen, "FS", bringt ihn auf die Spur eines teuflischen Mörders, der sich für eine Inkarnation Satans zu halten scheint.
Historische Kriminalromane sind längst zur Massenware geworden, und so enthält auch Die Hitzkammer die klassischen Elemente dieses Genres: Der aufgeklärte Ermittler stellt sich gegen Aberglauben und Dummheit seiner Zeit und rettet so die Heldin vor dem Scheiterhaufen. Doch Sernos Roman hebt sich positiv von der Menge ab. Der Autor verbindet sorgfältige Recherche mit erfrischend "un-anachronistischen" Charakteren und lebendiger Milieuzeichnung. Und auch das viel beschriebene Thema Hexenjagd tritt bald hinter die Auflösung eines spannend dargestellten Kriminalfalls zurück.
Gelesen wird der Roman in einer gekürzten Ausgabe von Detlef Bierstedt, der schon Hollywood-Größen wie George Clooney und Jonathan Frakes seine Stimme geliehen hat. Er legt eine lebendige Interpretation der Charaktere und Handlung vor, die den Zuhörer auch über die beträchtliche Länge von 350 Minuten zu fesseln vermag.