Ob dieser Roman bewusstseinsverändernd ist oder wirkt, lässt sich kurz nach dem Zuklappen des Buches noch nicht einschätzen, aber zumindest stark vermuten. Es ist eine irgendwie halluzinatorische Geschichte, die einem da begegnet, denn sie führt die Gefühle fort, die einem schon beim Anblick des Buchcovers kommen. So wie die von Hitze flirrende Luft unveränderlich über dem toten Wüstenboden steht, kann man sich der flirrenden und lange ausgesprochen merkwürdigen und unverständlichen Ereignisse entziehen.
Celeste, eine deutsche Austauschstudentin in San Francisco lernte Christopher kennen und ohne, dass sie sich klar und er vermutlich noch gar nicht dessen bewusst ist, verliebte sie sich auch noch in ihn. Doch nach einem aufregenden und vor allem heißen Ausflug in die erwähnte Trostlosigkeit der Wüste, konfrontiert mit ersten verwirrenden Erscheinungen, verschwindet der junge Mann. Ihm auf keinen Fall nachlaufen zu wollen, macht sie sich dann doch auf, ihn zu suchen.
Als sie nach einem Besuch in Christophers Wohnung ihre eigene Unterkunft wieder betritt, ist diese nahezu leer geräumt und mit einem skurrilen Gegenstand neu bestückt: im Kühlschrank lagert ein Gehirn. Für Celeste, aber auch die Leserschaft, ist das der Start alptraumartiger Sequenzen, die durch des Autors Beimengung skurriler Figuren reichlich „Futter“ erhalten.
Ein Anruf sorgt für eine aktive Suche nach dem Verlorenen, der sich in gewisser Weise zu einem Psychotrip entwickelt, in welchem die Suchende selbst zum Experimentieropfer wird. Der Autor taucht in die Innenwelt der jungen Frau ein, vermischt deren Gedanken und Vorstellungen, lässt Kleinigkeiten wichtig werden, entfaltet die Manipulation in einer unmerklichen Form und zeigt mehr und mehr auf, dass Christopher Teil eines Experimentierlabors für Manipulationsversuche am Menschen, der „Paradise Engineering“ ist.
Richtig gruselig wird es, als man nach zahlreichen labyrinthischen und oft genug schwer verstehbaren Versatzstücken über die Seiten mäandernder Ängste und Lebensfragen gemeinsam mit Celeste als Leser erkennt, wohin das Ganze führt und wozu Celeste letztlich gebraucht wird. Das ist schon ein krasser Schluss. Obwohl die phantastische Auflösung der eines Thrillers gleicht, hat man dennoch eher das Gefühl, ein anderes Buch, eine halluzinatorische Sehnsuchtsgeschichte, ein esoterisches Liebesdrama, einen medizinischen Horrorroman, einen diabolischen Persönlichkeitskrimi, ein surreales Drehbuch gelesen zu haben.