Im Jahr 3000 hat sich die Menschheit ins All ausgebreitet und neue Welten besiedelt. Mak, der Held der Geschichte, ist ein Pechvogel, den Zufall und Willkür durch die Galaxis stolpern lassen. Ereignisse, die heute passieren könnten, werden als Sciencefiction geschildert, wobei dieses Genre nicht immer ernst genommen wird.
Überhaupt ist dies trotz der manchmal traurigen Geschichte ein komisches Buch. Der Wahnsinn des Alltags lauert überall, und zwischen den teils verschrobenen Charakteren ist letzten Endes keine Verständigung möglich.
Exposé
Im Jahr 3000 hat sich die Menschheit ins All ausgebreitet und neue Welten besiedelt. Mak, der Held der Geschichte, ist ein Mischlingskind. Seine Mutter ist eine Außerirdische vom Planeten Diamara, sein Vater ein Mensch. Die ersten Lebensjahre verbringt er mit seinen Eltern auf Diamara, was eine paradiesisch glückliche Zeit für ihn ist. Dann trennen sich seine Eltern, und er wird von seinem Vater auf dessen Heimatplaneten mitgenommen.
Dort heiratet der Vater eine andere Frau, die bald darauf eine Tochter bekommt. Es entsteht also eine Patchworkfamilie, die Stückwerk bleibt: Die unzufriedene, nicht sehr intelligente Stiefmutter vernachlässigt den Stiefsohn und zieht ihre eigene Tochter vor. Der Vater kümmert sich nicht viel um seine Familie. Stattdessen macht er Überstunden, um von zu Hause fortbleiben zu können.
In der Schule wird Mak von den anderen Kindern das Leben zur Hölle gemacht, da er klein, seltsam und empfindlich ist. Die Erwachsenen haben kein Verständnis für ihn und helfen ihm nicht. Dazu quält ihn jahrelang das Heimweh nach Diamara. Er zieht sich zurück, liest Bücher und hat fantasievolle Tagträume. Mit elf Jahren wird er ins Internat abgeschoben. Wie sich herausstellt, ist das sein Glück. Die Internatsjahre sind ruhig, allerdings auch langweilig.
Dann jedoch bekommt das Internat einen neuen Direktor, dessen Tochter Mak schikaniert. Als er sich endlich zur Wehr setzt, wird ihm vom Direktor und einigen Lehrerinnen auf ungerechte Weise der Prozess gemacht. Man wirft ihn nicht nur aus der Schule, sondern verbannt ihn obendrein auf den rückständigen Planeten Seemarie.
Seemarie ist eine Wasserwelt: ein einziger Ozean mit ein paar Inseln. Mak geht dort bei einem Fischnetzknüpfer in die Lehre. Kurz nach seiner Ankunft verguckt er sich in ein Nachbarmädchen. Es kommt jedoch zu keiner Annäherung. Das Mädchen ist humorlos und vernünftig und geht in der Pflege seiner zehn jüngeren Schwestern auf. Mak verliert sich lediglich in Tagträumen.
Als das Mädchen die Insel verlässt, um zu heiraten, ist das ein Schock, der ihn aus seinen Träumen weckt. Außerdem ist er jetzt volljährig, somit endet die Zeit seiner Verbannung. Überstürzt verlässt er Seemarie. Nach der ersten Etappe der Heimreise stellt er fest, dass er kein Geld mehr hat, um die zweite Etappe zu bezahlen. Es sitzt also auf einem Planeten fest, der ein Verkehrsknotenpunkt im All ist. (An dieser Stelle beginnt der Roman.)
Was Mak noch nicht weiß: Sein Vater und seine Stiefmutter haben sich getrennt. Sein Onkel erbarmt sich seiner, macht ihn ausfindig und holt ihn zu sich. Mak bleibt einige Monate bei ihm. Sein Onkel ist Wissenschaftler und erforscht die an das Erdmittelalter erinnernde Tierwelt seiner Wahlheimat. Er wohnt als Untermieter bei einem älteren Ehepaar mit einer kapriziösen sechzehnjährigen Adoptivtochter. Mak macht per Fernschule seinen Schulabschluss nach und jobbt in einem Supermarkt.
Eher beiläufig erzählt der Onkel Mak eines Tages, dass die Tochter seiner Stiefmutter nicht die Tochter seines Vaters ist. Mak denkt daraufhin gründlicher über seinen Vater nach. Er durchschaut dessen Lügen und rechnet in Gedanken mit ihm ab. Danach will er nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Wegen seines diamaranischen Aussehens wird Mak oft von Jugendlichen angepöbelt. Nach einer besonders schlimmen Pöbelei beginnt er, sich wieder für seine Heimat zu interessieren. Schließlich wird ihm klar, dass er dorthin zurückkehren will. Das tut er dann auch. Zu Hause wird er sofort wieder erkannt und erfreut begrüßt. Er ist wieder da, wo er hingehört – um viele Erfahrungen reicher.
In meinem Roman schildere ich Ereignisse, die heutzutage passieren könnten, als Sciencefiction, wobei ich dieses Genre nicht immer ernst nehme. Die unerwartet eingeschobenen Sciencefiction-Elemente sollen eher für Heiterkeit sorgen. Überhaupt ist dies trotz der traurigen Geschichte ein komisches Buch. In den Situationen und Dialogen prallen verschiedene Charaktere aufeinander, zwischen denen letztendlich keine Verständigung möglich ist.
Kerstin Hibbing
Fing mit Bildergeschichten an, lernte dann schreiben und ging zur Schriftstellerei über. Mochte schon als Kind Sciencefiction. Ehemals Briefträgerin, heute Studentin, als Schriftstellerin unverdient erfolglos.
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