Es gibt mindestens doppelt so viele aktiv Arbeitssuchende, als Menschen in der offiziellen Arbeitslosenstatistik ausgewiesen werden. Arbeitslosigkeit, ein Gespenst unserer Tage. Wer glaubt, man könne Arbeit finden, man müsse nur intensiv suchen, glaubt nur allzu oft an ein Märchen.
Arbeitslosigkeit ist dabei nur ein Mosaiksteinchen und kann nicht isoliert für sich betrachtet werden. Wie soll z.B. der gegenwärtige Trend langfristig funktionieren: Verzicht auf Gehaltserhöhung, in zunehmendem Maße auch die Etablierung des Niedriglohnsektors, und das bei steigenden Lebenshaltungskosten und staatlichem Gebührenwahn? Und das in einer globalisierten Welt?
Auch Gesundheit, Bildung, Kindererziehung, Älterwerden, um nur einige Lebensbereiche zu nennen, werden für viele Menschen zu einem unbezahl-baren Gut.
Was in der allgemeinen Diskussion zu kurz kommt: Wie sieht es in einem Arbeitslosen wirklich aus?
Wie kann man dieses Thema literarisch umsetzen, ohne dümmliches Gemecker und ohne für diese Tage übliches sen-timentales Gejam-mer? Wie kann man trotz schonungsloser Beschreibung und kritischer Betrachtung gesellschaftlicher Ver-änderungen zum Nachdenken anre-gen, ohne dabei depressiv zu machen und gleichzeitig unterhalten, ohne albern zu sein?
Fast spartanisch skizziert "Das Märchen von der Arbeitslosigkeit" mit wenigen Pinselstrichen, wie es Millionen Arbeitslosen ergeht und zeigt auf, warum jede Reform scheitern wird.
Bedeutet diese ernsthafte Materie zugleich auch schwere Literatur? Mit einem zwinkerndem Auge regt der Autor zum Nachdenken an. Einfühlsam vermittelt Tornow dem Leser die Gefühlswelt vieler Arbeitsloser. Zudem werden dabei alle relevanten Stationen eines Berufstätigen und eines Arbeitslosen aufgezeigt. Eine Pflichtlektüre für alle Familien, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
Das Märchen von der Arbeitslosigkeit vermag dabei alle gegenwärtigen politischen und gesell-schaftlichen Themen gebührend darzustellen und mit einer romantisch und märchenhaft beginnenden Geschichte zu verknüpfen.
"Das Märchen von der Arbeitslosigkeit" ist somit nicht nur für politisch Ambitionierte eine spannende Literatur, sondern auch für den "normalen" Leser ein außergewöhnliches Buch.
Eine gesunde Portion Satire rundet "Sei Hartz - Das Märchen von der Arbeitslosigkeit" zu einer interessanten Lektüre ab.
Doch Vorsicht und SEI HARTz! Arbeitslosigkeit ist nicht schön. Daran wird auch dieses Buch nichts ändern. Dieses Buch ist wie die Arbeitslosigkeit: Unvorhergesehen, schleichend und sprunghaft und vor allem voller Fragen. Die in unserer Zeit häufig als gelobtes Land dargestellte Berufswelt erscheint dagegen langweilig. Dem geneigten Leser wird eine gewisse intellektuelle Arbeit nicht abgenommen. Er muss schon 1 und 1 zusammenzählen und dabei auf einen Schätzwert von ungefähr 2 kommen.
Für alle anderen bleibt Arbeitslosigkeit weiterhin ein Märchen.
Über den Autor
Wolfgang Tornow, SAP-Berater, wurde 1966 in Hamburg geboren, machte 1985 sein Abitur und studierte von 1987 bis 1992 Pädagogik, Psychologie und Theologie an der Universität Hamburg. In der Folgezeit arbeitete er vier Jahre als Salesmanager in der Marktforschung. Zur Zeit ist er als Call-Center-Agent tätig.
Ausgelöst durch seine eigene Arbeitslosigkeit entstand "SEI HARTz - Das Märchen von der Arbeitslosigkeit". Momentan schreibt er an einer Bühnenfassung.
In diesem Werk beschreibt er nicht nur seine eigene Erfahrung mit der Arbeitslosigkeit. Das Märchen von der Arbeitslosigkeit ist inspiriert durch die Erlebnisse von mehr als 200 befragten Arbeitslosen.
In seiner Freizeit liebt der Hamburger Spaziergänge und gute Kinofilme.
Informationen zum Buch
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Wolfgang
Tornow Sei HARTz Das Märchen von der Arbeitslosigkeit BoD 172
Seiten, EUR 11,95 ISBN 3-8334-2930-5