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Schule, Jugend, neues Bewußtsein PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Redaktion, am 08-08-2005 11:00
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Dr. Anton Prestele - Schule, Jugend, neues Bewußtsein - Weiterlesen! Schule, Jugend, neues Bewußtsein

Das neue Jahrhundert muss ein Jahrhundert der Jugend werden! Denn: Entgegen einer weithin negativ getönten Wahrnehmung kündigt sich bei den Jugendlichen unübersehbar ein neues Bewusstsein an, das einem Quantensprung gleichkommt. Dieses neue Bewusstsein kann den rasanten Niedergang unserer Ego-Gesellschaft stoppen und eine Welt des Miteinander hervorbringen. Der Autor macht Mut: In einer Zeit ebenso drängender wie divergierender Forderungen nach Schulreformen wagt er einen neuen pädagogischen Ansatz, der von der spirituellen Natur des Menschen ausgeht. Diese Sichtweise macht die Würde des Lehrerberufs deutlich und nimmt alle, die mit Schule zu tun haben, einschließlich der Eltern, der Schulaufsicht und der Politik, in die Pflicht. Ein wichtiges Buch mit fundierter Theorie, eine Fundgrube für alle, denen Schulerneuerung am Herzen liegt.

  • Leseprobe (pdf)

    Gedanken über Erziehung und Bildung in einer globalisierten Welt

    Dringlichkeit und Tragweite eines spirituellen Ansatzes werden in der Pädagogik bislang noch zu wenig gesehen. Der Autor stellt dar, wie notwendig (die Not wendend) eine solche Betrachtung ist und welche Konsequenzen sich für den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule ergeben. Dem Text liegen Leitlinien zu Grunde, die er in seinem in Kürze erscheinenden Buch „Schule, Jugend, neues Bewusstsein. Aufbruch im Bildungswesen“ ausführlich diskutiert und begründet.

    1. Die Rahmenbedingungen

    Hiobsbotschaften in den Nachrichten: Terroranschläge, Klimakatastrophen, Arbeitslosigkeit und zunehmende Verarmung. Als Heilmittel werden die bekannten Modelle angeboten wie Frieden durch Krieg, Wohlstand durch Wachstum, Kürzung der Leistungen – business as usual.

    Die Erde ist zu einem global village geworden. Die unterschiedlichen Moralvorstellungen der vielen Völker, Ethnien, Gruppen, Religionsgemeinschaften funktionieren nicht mehr: Das zeigt eine oft inhumane Leistungsethik in den Industriegesellschaften, das wird aus der Maxime „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ im Nahen Osten oder aus repressiven Moralvorstellungen verschiedenster Religionsgemeinschaften deutlich und das lässt der Terroranschlag vom 11. September 2001 in aller Brutalität erkennen. Immer mehr Menschen ahnen, dass die alten Muster nicht mehr taugen, dass wir die Schranken abbauen und Wege zueinander finden müssen, weil sonst die Spezies „Mensch“ nicht überleben wird.

    2.Die Jugend, unsere Hoffnung

    Gibt es einen Weg aus unserer höchst prekären Situation? Die Antwort ist: Ja, es gibt einen Weg. Psychologen, Philosophen, Physiker, spirituelle Lehrer – von William James über Jean Gebser, Fritjof Capra, Carl Friedrich von Weizsäcker, David Bohm, Jiddu Krishnamurti, Hugo M. Enomiya-Lassalle, Willigis Jäger bis hin zum derzeit wohl meistgelesenen spirituellen Autor Neale Walsch – sagen es: Neues Denken kündigt sich an, immer mehr Menschen leben in einem neuen Bewusstsein. Vor allem bei der Jugend sind die Zeichen eines neuen Bewusstseins trotz vielfach negativ getönter Wahrnehmung unverkennbar.

    Unsere Hoffnung liegt bei der nächsten Generation und bei der folgenden, aber wir müssen aufhören, sie mit den Methoden der Vergangenheit zu knebeln. Diese Methoden haben nicht funktioniert. (Walsch, 1998, S. 194) Wir dürfen nicht versuchen, die Kinder und Jugendlichen an die hergebrachten Werte, Denkschemata und Moralvorstellungen einfach anzupassen, sondern die Schule wird die Kinder und Jugendlichen anleiten, die Werte zu erforschen: Zu lernen, wie man sie nutzt, sie anwendet, und auch wie man sie in Frage stellt. (ebd. S. 197 f.)

    3.Die große Herausforderung für Schule und Lehrkräfte

    Die Schule kann das neue Denken nicht erzeugen, aber sie kann es bei ihren Schülern fördern und unterstützen, zum Beispiel

  • indem sie das Bewusstsein weckt, dass wir alle eins sind, nicht nur, weil wir in einer globalisierten Welt leben, sondern viel mehr noch, weil wir alle aus derselben Materie „gemacht“ sind, weil wir teilhaben an der universalen, also göttlichen Natur und weil daher die Menschenrechte für alle uneingeschränkt und in gleicher Weise gelten,
  • indem sie die Schüler ermutigt und ihre Zuversicht und ihren Optimismus nährt,
  • indem sie die Jugendlichen in ihrem Wunsch nach Selbstständigkeit, Selbstverwirklichung und eigener Erfahrung unterstützt,
  • indem sie holistische Weltsicht vermittelt und zu ganzheitlicher (aperspektivischer) Wahrnehmung anleitet,
  • indem sie bereit ist zu Toleranz und Versöhnung auf allen Ebenen,
  • indem sie klärt, welche Normen und Werte an der jeweiligen Schule Gültigkeit haben sollen,
  • indem sie emanzipatorische Schulentwicklungsprozesse einleitet,
  • indem alle, die mit Schule zu tun haben (Lehrkräfte, Schüler, Eltern, Schulleitung, Schulaufsicht), partnerschaftlich und human miteinander umgehen.

    Wir Lehrkräfte müssen die Trennung zwischen Leben und Lehren aufheben, denn mit Worten allein erreichen wir viele schon nicht mehr. Neues Denken müssen wir durch unser Handeln und unsere Person vermitteln, wir müssen es leben. Wir müssen säen, was wir ernten wollen, eine tiefe Erfahrung menschlicher Existenz.

    Wir an der Schule haben die große Chance, jene Dinge zu lehren und vorzuleben, die wir auch selbst lernen und bei uns entwickeln müssen:

  • achtsam zu sein und bewusst zu leben,
  • alte Muster zu durchschauen und neues Denken zuzulassen,
  • zu wachsen und entgegen einem verbreiteten Infantilismus in unserer Gesellschaft in einem reifen Sinne erwachsen zu werden,
  • Werte und Moralkonzepte zu hinterfragen,
  • Wertentscheidungen zu treffen.

    Wenn der Einzelne sich ändert, verändert sich auch seine Umgebung. Können wir diese Erfahrung schon im persönlichen Bereich machen, um wieviel mehr dann, wenn eine Schule sich ändern wird oder gar das Schulsystem als Ganzes.

    Wir Lehrkräfte müssen uns klar werden, wie wir erziehen sollen, an welchen Leitbildern wir uns orientieren wollen, wie Schule und Gesellschaft im 21. Jahrhundert beschaffen sein müssen, um zu funktionieren. Und wir müssen die Verantwortung für unsere Entscheidungen übernehmen.

    Befassen wir uns vor allem mit spirituellen Fragestellungen. Diskutieren wir mit unseren Schülern beispielsweise darüber, welche gesellschaftlichen Konventionen und geistigen Konstrukte das Zusammenleben der Menschen mehr behindern als fördern. (vgl. Walsch, 2003, S. 248 ff.) Oder befassen wir uns mit dem Anliegen einer gerechten Weltordnung (vgl. Weizsäcker, 1986, S. 77 ff.) Wenn wir zu erkennen geben, dass Spiritualität für uns wichtig ist, wird das auch unsere Schüler ermutigen und anregen, sich damit auseinanderzusetzen.

    Das neue Jahrhundert muß ein Jahrhundert der Jugend werden!

    Die Zeit drängt. Schulische Bildung wird noch wichtiger werden, ja, aber die Schule wird sich weitaus stärker als bisher mit Werten befassen müssen. Spirituelle Erziehung tut Not. Warten wir nicht auf Veränderung von oben, warten wir nicht auf Direktiven oder auf neue Lehrpläne. Sehen wir, was notwendig ist, und packen wir an. Verfallen wir nicht in Larmoyanz oder Apathie, weil die von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen immer schlechter werden, das verträgt sich nicht mit unserem Auftrag.

    4.Die Würde des Lehrerberufes

    „Nur wenn der Lehrer selbst die Würde und Achtung fühlt, die in seiner Arbeit liegt“, schreibt Krishnamurti, der große spirituelle Lehrer des 20. Jahrhunderts, „wird er sich dessen bewusst sein, dass Lehren die höchste Berufung ist, höher als die des Politikers oder der Prinzen in der Welt. ... Der Lehrer hält gewissermaßen die Zukunft des Menschengeschlechtes in seinen Händen. Ihm obliegt es, die ‚individuelle Einzigartigkeit‘ jedes Kindes zur Entfaltung zu bringen ... Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, muss sich der Lehrer seines eigenen Wertes bewusst sein, um aus einer inneren Sicherheit heraus seiner Arbeit nachzugehen.“ (Michel, 1992, S. 127)

    Literatur

    Michel, P.: Krishnamurti. Freiheit und Liebe, Grafing 1992
    Prestele, A.: Schule, Jugend, neues Bewusstsein. Norderstedt 2004
    Walsch, N: Gespräche mit Gott, Gesellschaft und Bewusstseinswandel. Band 2, München 1998
    Walsch, N: Neue Offenbarungen, München 2003
    von Weizsäcker, C. F: Die Zeit drängt. Eine Weltversammlung der Christen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, München 1986

    Über den Autor

    Anton Prestele, geboren 1942; Ausbildung zum Bankkaufmann; Mathematik- und Physikstudium und Ausbildung zum Gymnasiallehrer; Promotion mit einer Arbeit aus dem Bereich der Jugendforschung; Leiter einer Schulberatungsstelle; zuletzt zehn Jahre Leiter eines bayerischen Gymnasiums.

    Informationen zum Buch

    Sie können das Buch bequem online bei unseren Buchhandelspartnern bestellen:

    Weiterführende Links / Besprechungen bei uns

    Dr. Anton Prestele
    Schule, Jugend, neues Bewußtsein
    BoD
    238 Seiten, EUR 14,90
    ISBN
    3-8334-1797-8

    Gesponserter Link:

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    Letztes Update: 08-08-2005 11:00

    Veröffentlicht in : Buch, Buchvorstellung
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