Der hier vorgelegte Religions- und Wissenschaftsvergleich entfaltet ein weitgespanntes religionsphilosophisches Panorama:
Der innere Weg Die großen Religionen unserer Zeit, Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, mosaischer Glaube, Christentum, Islam, werden kurz und gleichgewichtig nebeneinander dargestellt.
Im Verlauf einer konzentrierten Analyse zeigt sich, dass die Kernaussagen der sechs Lehren trotz ihrer ja offensichtlichen Unterschiede auch wichtige Gemeinsamkeiten haben. So gibt es Ähnlichkeiten in dem 'kosmischen Drehbuch', in dem Aufruf zu innerem Wandel und in der transzendenten Qualität, der Unerkennbarkeit unseres kosmischen Gegenübers. Es findet sich also - und das ist überraschend - eine breite Basis für gegenseitige Toleranz!
Es wird betont, dass die Lehren vor allem als erster Schritt benötigt werden, sie sind Zugänge. Denn durch den Aufruf zu innerem Wandel schicken sie uns auf einen Weg, der uns unvermeidlich mit unserem Unbewussten und mit unseren menschlichen Anlagen konfrontiert; ein Weg, dessen Verlauf von der bewussten Person wohl kaum zu steuern ist. Die Eigendynamik dieses inneren Weges, der ins Unbewusste führen muss wenn er nicht oberflächlich bleiben soll, ist den genannten Religionen gemeinsam.
Der Verweis auf unsere gemeinsamen Anlagen führt weiter zu der Frage:
Adam, wer bist du? Hier geht es um das rationale Menschenbild, das ja mit dem Menschenbild der Religionen konkurriert. Die Frage nach dem Wesen des Menschen ist alt und viele haben sie gestellt. Nun wird die Antwort unserer Zeit gesucht, eine, die von überprüfbaren Erkenntnissen geprägt ist und nicht von überkommenen Anschauungen oder religiösen Offenbarungen. Die Bausteine, von denen man ausgehen muss, sind die Ergebnisse eines empirischen Erkenntnisprozesses. Das heißt, sie sind begründet aber revidierbar. Unsere Einsicht ist begrenzt, alle Erkenntnis vorläufig. 'Ewige Wahrheiten', somit, sind Wunschdenken. Welches ist nun das begründbare, wenn auch vorläufige Bild, das wir von uns entwerfen können, wie können wir uns verstehen?
Ein Buch für jene, die sich mit Religion beschäftigen und über die Grenzen ihres eigenen Glaubens hinausblicken wollen und auch für jene, die ihrem Weltbild und Menschenbild eine realistische Grundlage geben wollen, ohne ihr religiöses Empfinden dabei aufzugeben.
Über den Autor:
Bernd Lindemann, geboren 1934, studierte Humanmedizin in Hamburg, Tübingen und München. Nach der Dissertation war er in der biophysikalischen Forschung an der Harvard Medical School und anderen Institutionen tätig. Als Professor für Physiologie an der Universität des Saarlandes betrieb er Grundlagenforschung zur Biophysik des Ionentransportes an Zellmembranen und zur Sinnesphysiologie, zuletzt zur Neurobiologie des Geschmacksinnes. Er unternahm zahlreiche Drittmittelprojekte und verfasste viele wissenschaftliche Fachartikel und Übersichtsartikel für internationale Journale. 2000-2001 war er Mitglied der Kyushu Universität (Fukuoka, Japan).
Im Ruhestand publizierte Lindemann einige Erzählungen (Unmerkliche Meldungen (2000), Yakushi (2002), Museumsgeschichten (2002)). Ein Forschungsaufenthalt in Japan brachte ihn in Berührung mit fernöstlichen Religionen, insbesondere mit japanischen Formen des Buddhismus. Schlüsselerlebnis war beim Besuch japanischer Tempel die Wahrnehmung einiger offenbar ins Gebet versunkener Gläubiger: "Betend schienen sie mir die Gleichheit des inneren Weges über Religionsgrenzen hinweg zu demonstrieren und gaben so einen ersten Anstoß zu den Überlegungen, die nun in 'Der Innere Weg' ihren Ausdruck gefunden haben."
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Bernd Lindemann Der innere Weg Adam wer bist du? Konzepte der Weltreligionen und die Suche nach dem Gemeinsamen / Was ist der Mensch? Ein Zwischenbericht. invoco-verlag 244 Seiten, EUR 16,80 ISBN 3-938165-04-9