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Sepp Herberger und das Wunder von Bern PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von literature.de-Team, am 21-04-2004 09:50
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Eva Ludwig - Melanie Kubus - Sepp Herberger und das Wunder von Bern - Hier bestellen!Das Wunder von Bern

"Tor! Tor! Tor!" - Die Worte des legendären Radioreporters Herbert Zimmermann haben sich einer ganzen Generation unauslöschlich ins Gedächtnis eingeprägt. Sie markieren einen der Meilensteine der deutschen (Fußball-) Geschichte: den historischen Sieg über die ungarische Mannschaft bei der WM 1954 - das Wunder von Bern. Es war die erste Weltmeisterschaft, die überhaupt von einer deutschen Mannschaft gewonnen wurde und der Sieg kam völlig unerwartet. Sepp Herberger und das Wunder von Bern erzählt die packende Geschichte der bis heute unvergessenen Fußballlegende Herberger und begleitet seinen Weg vom chancenlosen Arbeiterkind zum gefeierten Trainer und Fußballvater. Gleichzeitig beschreibt der Roman die Stationen der Helden von Bern - unter anderem dem "Fußballzauberer" Fritz Walter, dem "Vollstrecker" Ottmar Walter, dem "Boss" Helmut Rahn, dem "Windhund" Horst Eckel, dem "Dickkopf" Hans Schäfer und dem "Fußballgott" Toni Turek - vom unbeachtetem Fußballaußenseiter zum Weltmeister.
Es ist die Geschichte von Menschen, die trotz aller Niederlagen niemals aufgaben und für die Fußball alles bedeutet hat - anrührend, fesselnd und spannend wie ein Krimi.
Mit "Sepp Herberger und das Wunder von Bern" erscheint erstmals das ereignisreiche Leben des Trainers in Romanform.

Exposé

Kaum ein Ereignis hat das Nachkriegsdeutschland so sehr bewegt wie die Fußball-Weltmeisterschaft von 1954, die als "Wunder von Bern" in die Geschichte eingehen sollte. Durch den legendären 3:2-Sieg von Helmut Rahn gelangte eine ganze Nation zu neuem Selbstbewusstsein. Und das war vor allem einem Mann zu verdanken - dem damaligen Bundestrainer Sepp Herberger.

Aufgewachsen unter ärmlichen Verhältnissen als chancenloses Kind einer Arbeiterfamilie in der Mannheimer Spiegelsiedlung, hielt Herberger unbeirrbar an seinem Traum fest, einmal Fußballtrainer zu werden, doch das war alles andere als leicht.

Die Ohren zu abstehend, die Beine zu krumm wurde der kleine Seppl als Kind von allen Seiten ausgelacht, hatte es wahrlich nicht leicht, noch dazu, wo der Vater früh an einer Lungenentzündung starb und Sepp erst einmal für den Unterhalt der Familie aufkommen musste. Zunächst sah es so aus, als könne er niemals seinen Traum verwirklichen. Doch Herberger hatte sich eines schon früh zueigen gemacht: einen ungebrochenen Willen Ziele zu erreichen.
Allen Widrigkeiten zum Trotz avancierte er in den 20er Jahren zum gefeierten Nationalspieler und durfte dann mit erst 28 Jahren aufgrund seiner Begabung sogar ohne Abitur an der Berliner Hochschule für Leibesübungen studieren. Sein Schicksal war damit besiegelt: Er konnte endlich das werden, wovon er schon als kleines Kind träumte: Fußballtrainer.
Sein Privatleben rückte von diesem Moment an immer mehr in den Hintergrund. Seine Frau Ev, die er - wie könnte es anders sein - während eines Fußballspiels kennen gelernt hatte und später sein "guter Geist" werden sollte, hatte konsequent zurückgesteckt. Selbst die Hochzeitsreise hatten beide im Zug auf dem Weg zu einem Spiel verbracht. Herberger ging ganz in seiner Arbeit auf, verschmolz regelrecht damit. Nichts anderes hatte mehr Platz in seinem Leben.

Doch bis er erst als Trainer fest im Sattel saß, musste er sich noch unerbittliche Machtkämpfe mit seinem Vorgänger und Ziehvater Otto Nerz liefern, denn der dachte gar nicht daran, seinen Posten als Reichstrainer aufzugeben.
Mittlerweile waren die Dreißiger Jahre angebrochen und der Sport, der für Herberger alles bedeutete, wurde mit einem Schlag politisch. Mit der Machtübernahme der Nazis begann ein dunkles Kapitel im Leben des Trainers. Einerseits war er weder politisch interessiert, noch konnte er sich mit den Zielen der Nazis identifizieren, andererseits sah er keinen anderen Ausweg, als in die Partei einzutreten, damit er seiner Berufung, weiter als Trainer arbeiten zu können, nachgehen konnte.

Die SA machte Anstalten, sich in seine Arbeit einzumischen, doch Herberger trickste sie immer wieder aus, verordnete seinen Spielern kurzerhand Opern- oder Theaterbesuche, nur um zu verhindern, dass sich die Nazis ins Training einmischten.

Als dann der Krieg ausbrach, war Herberger, der längst zur Vaterfigur für seine Spieler geworden war, ein nervliches Wrack. Für ihn zählte nur der Gedanke, wie er seine Männer schützen konnte, vor allem dann, als er hörte, dass Einzelne seiner Mannschaft an der Front bereits gefallen waren.
Kurzerhand besorgte er sich alle nötigen Informationen über den Verbleib seiner Spieler, damit er mit ihnen in regelmäßigem Kontakt bleiben konnte. Er organisierte Lehrgänge, ließ seine Jungs sogar auf der Kinoleinwand im Film "das große Spiel" mit Gustav Knuth und René Deltgen erscheinen, nur damit sie vor dem Einsatz an der Front verschont blieben. Aber es half nicht viel, mussten sie doch immer wieder zurück, um für Volk und Vaterland zu kämpfen, so, wie alle anderen auch.

Dann tat Herberger etwas, was er seiner Frau wohlweislich verschwieg. Sie hätte danach vor Angst kein Auge mehr zugetan: Herberger erfand für seine Spieler einfach Verdienstorden und holte sie damit von der Front zurück. Wäre der Schwindel aufgeflogen, hätte es drastische Folgen für ihn haben können. Doch der Coup gelang. Nach und nach trudelte die ganze Mannschaft ein, nur von seinem Ausnahmespieler Fritz Walter fehlte jede Spur.
Dieser war in russische Kriegsgefangenenschaft geraten, wäre um ein Haar nach Sibirien abtransportiert worden, hätte ihm Fußball nicht buchstäblich sein Leben gerettet. Noch in einem rumänischen Durchgangslager, in dem die Lagerpolizisten aus Langeweile Fußball spielten, rollte ihm ein Ball vor die Füße und nur weil er spielen konnte, wurde er vor dem Weitertransport in die Weiten Russlands verschont. Fritz Walter kehrte krank und ausgemergelt, aber froh, am Leben zu sein, ein Jahr nach Kriegsende wieder in die Heimat zurück.

Nach dem Krieg zählte für Herberger nur Eines: Er wollte wieder als Trainer arbeiten, seine Mannschaft aufbauen und den Spielbetrieb wieder in Gang bringen. Doch wieder sah er sich vor ein unüberwindliches Hindernis gestellt: Er musste um seine Rehabilitierung kämpfen. Die Spruchkammer in Weinheim deklarierte ihn zwar lediglich zum Mitläufer, hatten einige Zeugen doch glaubhaft gemacht, dass er sich niemals aktiv politisch betätigte. Aber trotzdem wollten die Herren vom neu gegründeten DFB ihn nicht als Bundestrainer beschäftigen, zu sehr klebte der Titel "Reichstrainer" an Herberger. Doch auch diese Schlacht schlug er, wurde Bundestrainer und konnte endlich wieder dem nachgehen, was sein ganzes Leben unaufhörlich bestimmt hatte. Sofort machte er sich an die Arbeit und baute seine Mannschaft auf, mit denen er ein ganz bestimmtes Ziel verfolgte: Die Fußball-WM 1954 in der Schweiz. Für ihn war klar, dass er nur gewinnen könne, wenn sich jeder Einzelne auf dem Platz bewusst war, dass sie Teil eines großen Ganzen waren. Herberger wollte keine Einzelgänger, er setzte auf Teamgeist und Gemeinschaftssinn.

Und der Erfolg gab ihm Recht. Seine Mannschaft hatte sich für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Doch anstatt dies positiv aufzunehmen, prasselte von Seiten der Presse auf Herberger nur Spott und Hohn nieder. Seine Männer, an denen er all die Jahre unerschütterlich festgehalten hatte, galten als viel zu alt und wurden von Fachleuten wie von Laien regelrecht ausgelacht. Mit dieser "Seniorenelf" wollte Herberger in die Schweiz?

Allen Unkenrufen zum Trotz setzte sich Herberger mit den als chancenlose Außenseiter gehandelten Spielern in den Bus und fuhr nach Spiez. Seine Taktik für die bevorstehenden Spiele war eine Glanzleistung, obwohl kaum einer damit gerechnet hatte, dass sie aufgehen konnte. Das deutsche Team musste gleich in der Vorrunde gegen den übermächtigen Gegner Ungarn antreten, der bis dahin als unbesiegbar galt.

Herberger ließ gegen die Magyaren nur die B-Mannschaft antreten, nahm so ganz bewusst eine Niederlage in Kauf, um dann für die weiteren Spiele die ausgeruhte A-Mannschaft ins Rennen zu schicken. Buhrufe und Verwünschungen schlimmster Art waren die Folge. Herberger erhielt Drohbriefe, die Presse forderte seinen Rücktritt. Keiner verstand, was der Trainer damit bezweckte. Wieder einmal wehte Herberger ein eisiger Wind um die Nase, doch er schritt unbeirrbar voran. Ihm gelang etwas, mit dem keiner gerechnet hatte. Als absoluter Außenseiter stand das deutsche Team im Finale von Bern, das sie durch den Glückstreffer von Helmut Rahn mit 3:2 gewannen.

Die ganze Nation stand Kopf. Der Sieg war mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Das Deutschland, das durch die Schrecken der Naziherrschaft von der ganzen Welt geächtet wurde, gelangte mit diesem Spiel zu neuem Selbstbewusstsein. "Wir sind wieder wer!", jubelten Millionen von Menschen und lagen sich weinend in den Armen. Ein ungeahnter Siegeszug der Spieler, die mit einem Sonderzug durch ganz Deutschland fuhren, begann.

Für Herberger ging damit sein Lebenstraum in Erfüllung. Seine Mannschaft wurde als Helden gefeiert und ging in die Geschichtsbücher ein als die "Helden von Bern". Die wahre Geschichte um den unvergesslichen Trainer Sepp Herberger ist längst zur Legende geworden.

Über die Autorinnen:

Eva Ludwig und Melanie KabusEva Ludwig und Melanie Kabus arbeiten als Buch- und Drehbuchautorinnen in Bonn. Ihr besonderes Interesse gilt historischen Ereignissen der deutschen Geschichte. Mit ihrem authentischen Roman lassen sie die Legenden des deutschen Fußballs, Sepp Herberger und seine "Helden von Bern", wieder lebendig werden. Für diese packende Dokumentation der Zeitgeschichte haben die Autorinnen im umfangreichen Nachlass Sepp Herbergers recherchiert, sowie Zeitzeugen und Spieler interviewt.

  • Leseprobe (pdf)

    Informationen zum Buch

    Sie können das Buch bequem online bei unseren Buchhandelspartnern bestellen:

    Weiterführende Links / Besprechungen bei uns

    Melanie Kabus, Eva Ludwig
    Sepp Herberger und das Wunder von Bern
    Roman über die Fußballweltmeisterschaft 1954
    Wissner-Verlag
    287 Seiten, Taschenbuch, EUR 8,90
    ISBN
    3-89639-372-3

     

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  • Letztes Update: 21-04-2004 09:50

    Veröffentlicht in : Buch, Buchvorstellung
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