Die im Mai letzten Jahres gegründete MY FAVOURITE BOOK PUBLISHING SERVICE GMBH & CO. KG stellt zum 31. März 2002 ihren Geschäftsbetrieb ein
Mit hohen Zielen waren sie gestartet. Großformatige Werbeanzeigen dominierten die wichtigen Tageszeitungen und machten den Eindruck, dass sich neben etablierten Print- und Book On Demand-Verlagen auch ein weiteres Unternehmen in diesem hart umkämpften Feld behaupten kann.
Die Idee mag auf den ersten Blick gut erscheinen: der Buchmarkt, allein in Deutschland zeigt, dass bei rund 80.000 Neuerscheinungen im Jahr der Prozentsatz neuer deutscher Autoren nur sehr gering ist. Vielfach werden Rechte im Ausland wie die sprichwörtliche Katze im Sack gekauft in der Hoffnung, sie kämen hier gut an.
My Favourite Book setzte auf die gute Qualität eines Digitaldrucks und wollte, laut Auskunft des Online-Angebots, 50% der Kosten in geeignete Werbemittel stecken. Nun hat die Realität das Unternehmen eingeholt, was sich in der heute veröffentlichten Pressemitteilung folgendermaßen liest:
"Das Düsseldorfer Unternehmen hat mit seiner neuartigen Idee der Buchpublikation die selbst gesteckten Umsatzziele verfehlt. 50 Prozent Autorenhonorar, professionelles Marketing, Marktplatz für Autorendienstleistungen, exklusiver Vertrieb über das Internet bei einer einmalig zu zahlenden Titelpauschale - mit diesem Konzept wollte "My favourite book" Autoren eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Verlagen bieten. Der Start des Unternehmens und der Verkauf des ersten Buchprogramms unter www.my-favourite-book.com wurden von einer ungewöhnlichen Anzeigenserie in großen Tageszeitungen und Zeitschriften begleitet. Bernd Kreutz, Initiator
und Mitgesellschafter von "My favourite book" hat wegen der überwiegend positiven Resonanz nach wie vor keinen Zweifel am Potenzial der Idee und der Marke. Der Düsseldorfer Kommunikationsexperte, der schon dem Strom eine Farbe gab (Yello Strom), sieht vor allem zwei Gründe für das Scheitern des Geschäftsmodells: "Es war naiv zu glauben, diese Idee ohne die
Synergiepotenziale und die Durchsetzungskraft eines Medienkonzerns kurzfristig zum Erfolg führen zu können. Außerdem war 2001 - im Nachhinein betrachtet - ein besonders schwieriges Jahr für einen wirtschaftlichen Erfolg im Bereich der Medien und der New Economy."
Da man das kulturell ambitionierte Projekt ausschließlich mit eigenen
Mitteln finanziert habe, sähe man keine Möglichkeit der Fortführung.
Dies sei auch deshalb bedauerlich, weil mit einigen interessanten Titeln ermutigende Verkaufszahlen und sehr gute Rezensionen erzielt werden konnten, so der Initiator. Den Autoren entsteht durch die
Zusammenarbeit mit "My favourite book" kein finanzieller Nachteil.
Sämtliche Rechte an den Manuskripten gehen an die Autoren zurück. Die entrichteten Titelpauschalen werden in voller Höhe zurückerstattet, die Honorare aus dem Verkauf der Bücher trotzdem zur Gänze vergütet."