Nur noch 40 Prozent aller Bücher in USA kommen aus Buchladen
New York - In den USA werden derzeit mehr Bücher über das Internet, durch Buchclubs oder in Kaufhäusern als in Buchgeschäften verkauft. Nur noch vier von zehn neu erworbenen Büchern kommen aus dem Fachhandel, sagte der Geschäftsführer der American Booksellers Association (ABA), Avin Mark Domnitz, der dpa am Rande der BookExpo America (BEA). Diese Veranstaltung in New York ist die größte Buchmesse der USA und eine reine Fachausstellung.
Laut Domnitz ist der Drang der 90er Jahre zum «Superladen für Literatur- und Musikliebhaber» inzwischen zum Stillstand gekommen. «Der Anteil von Ladenketten, die neben Buchregalen auch Cafes zum Schmökern, Lesungen und sogar kleine Konzerte anbieten, hat sich bei etwa 25 Prozent eingependelt», sagte Domnitz. Kleinere, unabhängige Buchhandlungen machen nur noch 15 Prozent des Geschäfts in Amerika aus. «Das Problem ist, dass sich kein Nachfolger mehr findet, wenn das kleine Buchgeschäft an der Ecke zumacht».
Nach jüngsten Trends des Markts gefragt, sagte der Leiter der amerikanischen Buchhändler-Vereinigung, «zur Zeit gibt es zu unserer eigenen Überraschung keine neuen Trends». Die letzten Innovationen hätten nicht den Anklang unter amerikanischen Lesern gefunden, den sich die Industrie ausrechnete. Der Markt für «e-Books» entwickelt sich Domnitz zufolge sehr viel langsamer als gedacht. Nachdem Horrorautor Stephen King mit seinem Buch «The Plant» im Jahr 2000 einen viel beachteten Start wagte, hat sich laut Domnitz «nicht mehr viel getan». King hatte die Kapitel des Horrorromans gegen eine Gebühr zum Downloaden freigegeben.
Auch von einem weiteren neuen Angebot, an das der Handel große Erwartungen geknüpft hatte, wird laut Domnitz weniger Gebrauch gemacht als gedacht. «Print on Demand» bietet Kunden die Möglichkeit, sich von gespeicherten Dateien selbst ein Buch auszudrucken - zu einem Preis, der deutlich unter dem der gebundenen Ausgabe liegt. «Der Grund für die schwache Nachfrage ist jedoch mehr das geringe Angebot an (Buch-) Titeln als ein Mangel an Interesse», glaubt Domnitz.
Quelle: dpa