Die Abenteuer des Bauernmädchens Robin gehen weiter. Nach einer kurzen Ruhepause in den Armen ihres jungen Ehemannes, wird sie von neuem in die Fehden und Intrigen des Templerordens verstrickt. Immer von Entdeckung bedroht steht sie schließlich unter den seltsamen Augen des Königs der Christenheit, der hinter seinem Schleier selber ein düsteres Geheimnis hütet.
Vor vielen Jahren verließ die junge Robin ihr heimatliches Dorf und folgte in Männerkleidung den Tempelrittern ins Heilige Land. Inzwischen hat ihr wechselvolles Leben sie statt Ruhm die Liebe finden lassen, und in den Armen des Sohnes des Alten vom Berge genießt sie die Freuden des Ehelebens. Doch dann tritt unvermutet ihr altes Leben in Gestalt des machthungrigen Ordensbruders Dariusz an sie heran. Um ihre Maskerade nicht zu gefährden, ergreift Robin von neuem das Schwert und wird wiederum in die Querelen des Ordens verstrickt, der angesichts des immer aussichtsloser scheinenden Krieges verzweifelt um seinen Einfluss im Heiligen Landes kämpft.
Mit Die Rückkehr der Templerin legt der Altmeister der deutschen Fantasy Wolfgang Hohlbein den dritten Band seiner Reihe um die heldenmütige Robin von Tronthoff vor. Das trotzige Mädchen ist inzwischen zur Frau gereift, doch die Probleme sind noch die gleichen: Hass, Unterordnung und die ständige Angst vor Entdeckung. Dies sind auch die Probleme, über die der Leser hinwegsehen muss, um die Erzählung wirklich genießen zu können: Die schiere Unwahrscheinlichkeit, dass eine Frau auf Dauer unerkannt in einem Ritterorden leben und kämpfen kann.
Lässt der Leser sich jedoch auf dieses fiktive Spiel um Schein und Sein ein, wird er mit einem überraschend kurzweiligen Lesespektakel belohnt, das dem alten Thema um eine Frau in Männerkleidern zwar nicht unbedingt neue Seiten abgewinnt, diese aber souverän und spannend erzählt. Der Roman, der die historischen Eckdaten korrekt wiedergibt, erhebt ansonsten keinen sonderlich großen Anspruch auf historische Authentizität, wird das Leben der Templer doch durch die Augen einer zweifellos modern angelegten Frauengestalt betrachtet.
Alles in allem präsentiert sich Die Rückkehr der Templerin als kurzweilige Mischung zwischen Historienroman und Fantasy, der insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen wird. Besonders erfrischend ist, dass der Roman sich weitgehend mit einer moralischen Wertung des christlichen Kreuzzugswahns zurückhält, sondern vielmehr eine spannende Geschichte zu einem konsequenten Ende führt.
Fazit: Buntes, wenn auch historisch ungenaues Ritterspektakel mit sympathischer Heldin