Schon Loriot hat festgestellt: „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“ Dieses Problem liegt wohl zu großen Teilen darin begründet, daß Männer und Frauen verschiedene Sprachen sprechen – der kleine Langenscheidt-Sprachführer Deutsch-Frau, Frau-Deutsch soll Mißverständnisgeplagten Männern eine kleine Übersetzungshilfe an die Hand geben und wertvolle Tips im täglichen Umgang mit dem anderen Geschlecht liefern.
Der Schwerpunkt des Sprachführers liegt auf dem Subtext, den Frauen in ihrer Kommunikation nutzen, und den zu decodieren den Männern einige Mühe macht. Während Männer einfach sagen, was sie meinen, benutzen Frauen Sätze wie „es ist nichts, schon gut“, wenn sie eigentlich „ich bin total beleidigt“ sagen wollen, „mal kurz einkaufen“, wenn Männer von ganzen Nachmittagen reden würden, oder auch schon mal einfach „ja“ für „nein“. Der Sprachführer enthält für diese Redewendungen Tabellen mit den wichtigsten Phrasen sowie einige Kommunikationsbeispiele aus dem täglichen Leben, an denen die Bedeutung der Subtexte in verschiedenen Situationen erläutert wird.
In insgesamt 14 thematisch geordneten Kapiteln von A wie Autofahren bis V wie Vorwürfe untersucht der Autor die Kommunikationsstrategien der Frau und gibt Männern Hinweise, wie sie sich am besten auf diese einstellen. Etwa, daß man sich, wenn man als Mann beim Kleiderkauf nach der eigenen Meinung gefragt wird, im Antwortsatz möglichst niemals ein Körperteil der Frau erwähnen sollte, das durch das Kleidungsstück besonders gut oder schlecht zur Geltung komme, oder, noch effizienter: gleich das Weite suchen sollte. Oder, in welchen Situationen man eine Diskussion über logische Sachverhalte besser vermeiden sollte, auch wenn man im Recht ist, und auf welche Art Fragen Frauen im Grunde gar keine ehrliche Antwort hören wollen.
Außerdem wird erklärt, woher bestimmte Verhaltensweisen im Alltag wohl rühren mögen: so wäre es für den Steinzeitmann eher hinderlich gewesen, wenn er Freude am Kuscheln gehabt hätte, denn auch ein noch so niedliches Mammut muß zur Ernährung der Familie erlegt und eben nicht gekuschelt werden – kein Wunder, daß Männer mit diesem weiblichen Bedürfnis nicht umgehen können. Ähnlich erklärt es sich auch, daß das Wickeln von Babys keine Aufgabe für Männer ist: der Geruch einer vollen Windel würde den Mann verraten und die Beutetiere über viele Meter hinweg warnen.
Mit diesem Sprachführer beackert Langenscheidt eine Fremdsprache, die bislang in der linguistischen Forschung ein Nischendasein geführt hat: die Sprache der Frau. Leider bleibt der Inhalt des Buches hinter der witzigen Idee zurück: Auch wenn es mit Zeichnungen und Grafiken durchaus liebevoll aufgemacht ist und viele Beobachtungen des Autors dem männlichen wie auch dem weiblichen Leser ein schmunzelndes „genau so ist es“ abringen werden – viele Pointen des Stand-Up-Comedians Barth sind verbraucht, oft nicht allzu einfallsreich und mit wenig Tiefsinn. Wer deutsche Comedy im Stil dessen, was die Privatsender en masse produzieren, mag, dem wird dieses Buch sicher auch gefallen.