Dieses Land ist ein Land der Superlative, wenn man seine Einwohner zählt, seine Schönheit bewundert, seine Geschichte erforscht, seine Pracht bestaunt, seine Armut bedauert, seine Mysterien erahnt, seine Facetten entdeckt, seine Religionen zählt, seine Tiere und Pflanzen betrachtet, sein Essen schmeckt und seine Menschen kennen lernt.
Der Autor erleichtert die ersten Zugänge zu diesem wunderbaren - in seinen Augen eindeutig schönsten - Land. Er verschafft Einblicke und Hintergründe, die einem Fremden, einem Nichtinder, verborgen bleiben - sei es aus Unverständnis, Distanz oder Vorsicht. Er geht nah ran und das mit seinem Herzen und mit seiner Kamera.
Das spürt man das ganze Buch hindurch und fast scheint es, als höre man den Wind über der Wüste, die Rufe der Kamele, das Trompeten der Elefanten, das Gemurmel der Betenden, das Klatschen der Paddel auf den Flüssen und Wassern, das Jammern der Armen, das Singen der Gläubigen, das Stöhnen der Arbeitenden und das Lachen der Kinder.
All das um so mehr, als die eindringlichen, "leisen", aber großformatig auf hochwertiges Papier gedruckten Fotos des Fotografen mal farbenfroh und mal im dokumentarischen schwarz-weiß vom Leben und Sein in dem großartigen Land der Gegensätze erzählen. Er reist in seine eigene Geschichte und er sucht sich Aspekte augenblicklicher Wirklichkeit heraus, um sich damit seinem Land selbst wieder anzunähern. Es sind neun Geschichten in kurzen aber durchaus ausreichenden Texten, die das aktuelle Leben Indiens beschreiben.
Nachhaltig beschreibt der Insider das überschwängliche Feiern, verzehrende Knochenarbeit, überholte "Vielmännerei", der Alltag von Mensch und Tier in unterschiedlichsten Tiefen- und Höhenregionen und die Dokumentation aussterbender Gegebenheiten oder traditioneller Berufe. Es bleibt das Gefühl, das magische und geheimnisvolle Land schon ein wenig zu kennen.
Fazit:
Ein wirklich beeindruckendes Buch über ein ebensolches Land.