Eine kleine Insel, die auf keiner Karte richtig verzeichnet ist, ist der Zufluchtsort für einen irischen Freiheitskämpfer. Abgesetzt von einem eher schrottreifen Seelenverkäufer mit mehreren Kisten Vorrat, soll er als Wetterbeobachter für ein Jahr das Klima vor Ort beobachten und den bisher dort stationierten Beobachter ablösen.
Noch benommen von der Überfahrt machen sich der Protagonist und der Kapitän auf die Suche nach dem bisherigen Wetterbeobachter. Die Hütte, die zur Verfügung gestellt wurde, ist leer und verwüstet. Im weiter entfernten Leuchtturm finden sie einen verstörten Mann, der jedoch nicht mit dem Kapitän die Rückreise antreten will. Bei einer Befragung ergibt sich schließlich, dass es sich um Batís Caffó, den bisherigen Wetterbeobachter handelt.
Eigenleben
Pinols Ich-Erzähler entfaltet ein Eigenleben, das den Leser direkt in die Geschichte mit hineinzieht.
In der verwahrlosten Hütte des Wetterbeobachters schlägt er sein erstes provisorisches Lager auf. Als es Nacht wird, lassen ihn geheimnisvolle Geräusche auf der Insel keinen Schlaf finden. Menschenähnliche Gestalten ziehen über die Insel, klopfen an die Fenster der Behausung und versuchen ihn mit ihren Klauen zu fassen zu bekommen.
Anzeige Erste Abhilfe schafft die Waffe mit einer Unmenge an Munition, die in einer der Seekisten mit auf die Insel geschafft wurde. Nach drei durchwachten Nächten wagt der Ich-Erzähler den Schritt, beim Leuchtturm um Einlass zu bitten und zusammen den Kampf aufzunehmen.
In Wellen greifen die Lebewesen den Leuchtturm an.
Der Leser wird in eine abenteuerliche Geschichte hineingezogen, die an die autobiografisch geprägten Erzählungen Joseph Conrads erinnern. Fremde Kulturen und schicksalhafte Entscheidungen prägen auch Pinols Debütroman. Es ist weit mehr als der Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen zwei gestrandeten Europäern und den menschenähnlichen im Wasser lebenden Citauca.
Angst ums Überleben lassen trotzdem Platz für eine Liebe, die das ganze Vorhaben zum Wanken bringen kann, doch die möge der Leser, dem die Identität und Gedanken des Protagonisten erst nach und nach enthüllt werden, selbst entdecken.
Fazit
Im Rausch der Stille ist ein mitreißender, verstörender und zugleich einfühlsamer Debütroman, der auf weitere Titel vom Autor hoffen lässt.
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3-10-061602-2