Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah!
Gleich die erste Auflage wurde von der Presse hochgelobt. Mittlerweile hat sich Eichelmann Deutschlands Weine als Standardwerk etabliert. Auch der neue, 836 Seiten dicke Band, hat so einiges zu bieten.
Gerhard Eichelmann stellt in diesem Band 666 Weingüter vor und bewertet 6732 Weine - nicht nur mit Punkten, sondern auch mit Worten. Ferner werden dieses Jahr vom Autoren vier Beriebe prämiert, die ihm besonders positiv aufgefallen sind: In der Kategore "Beste Rotweinkollektion" war es das Weingut Bercher, die "Beste Weißweinkollektion" präsentierte das Weingut Clüsserath-Weiler, die "Beste edelsüße Kollektion" das Weingut Klaus Keller und zum "Aufsteiger des Jahres" wurde das Weingut Flick gekürt.
Die jährliche Bestandsaufnahme der besten deutschen Weinerzeuger und ihres Produkt-Portofolios ist alphabetisch geordnet und bietet Weingourmets einmal mehr eine Fülle interessanter Informationen: Neben den wichtigsten Eckdaten zum Erzeuger (Adresse, E-Mail und Internet, Inhaber, Rebfläche, Besuchszeiten und eventuell Gutsausschank) werden das Weingut und seine Produktpalette in einem Kurzporträt beschrieben. Danach folgen eine ausführliche Geruchs- und Geschmacksbeschreibung der ausgewählten Weine sowie Preisangaben und Hinweise auf ein eventuell besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Bewertung der Weine erfolgt nach dem international üblichen 100-Punkte-System, die Punktezahl steht jeweils deutlich hervorgehoben vor dem Jahrgang und dem exakten Namen des getesteten Weins. Jedes Weingut erhält darüber hinaus die Gesamtbeurteilung von 1 bis 5 Sternen, die dem Leser schnell und klar erkennbar eine Einschätzung der Produktion des Betriebs vermittelt.
Bei etwa 14000 deutschen Weinerzeugern mit eigener Vermarktung kann ein Weinführer natürlich nur eine Auswahl der Betriebe vorstellen. Daher wurde zunächst eine Vorauswahl getroffen, die sich im Wesentlichen auf Verkostungsergebnisse aus der Zeitschrift Mondo - Weine der Welt stützt. In die engere Auswahl kamen nur Erzeuger, die ein überdurchschnittliches Gesamtprogramm vorweisen können. So gelingt diesem Buch sowohl Spitzenprodukte als auch EInstiegsqualitäten vorzustellen. Die im Vorjahr vorgestellten Weine sind nur wieder aufgenommen, wenn sie in diesem Jahr wieder erneut verkostet wurden.
Für die Ausgabe 2003 hat Gerhard Eichelmann fast 8000 Weine von 900 Winzern probiert. Das Gros der Weine wurde in Blindproben in Heidelberg verkostet. Dabei wurden die Weine nicht nach Erzeugern, sondern nach Rebsorten und Eintypen (ua. trocken, halbtrocken, süß) gruppiert und getestet, ohne dass der Erzeuger erkenntlich war. Der Preis spielte für die Gruppierung keine Rolle.
Fazit: Für Weinfreunde und alle, die sich dem Wein nähern wollen und auch einmal auf deutsche Winzer zurückgreifen möchten, bietet dieses Buch eine umfangreiche Informationsfülle. Wer nicht viel ausgeben möchte, findet bei den ca. 800 "Schnäppchen-Weinen" bestimmt den richtigen Tropfen.
Gerhard Eichelmann Eichelmann Deutschlands Weine 2003 666 Weingüter und 6732 Weine im Test 836 Seiten, gebunden, Hallwag Verlag ISBN 3-7742-0782-8