"Es irrt der Mensch, solang er strebt." Was Johann Wolfgang von Goethe niederschrieb, findet sich heute in jeder Zitatensammlung. Und selbst unbelesene Mitbürger unterstreichen mit geflügelten Worten aus der Literatur Lebensweisheiten, die unter Umständen mit dem ursprünglichen Sinn nur wenig gemein haben.
Wer in der reichen Geschichte der Literatur sattelfester werden möchte, ist mit Basiswissen Schule – Literatur gut beraten. In komprimierter, knapper Form ist vom berühmten Gilgameschepos, dem ersten niedergeschriebenen literarischen Werk aus Zeiten der babylonischen Dichtung bis zur Literatur nach 1990 mit Stefan Heyms autobiografischen Geschichten "immer sind die Weiber weg" die ganze Bandbreite der Literatur mit ihren Stilen und Strömungen abgedeckt. Natürlich spiegelt sich in der Literatur auch die Zeitgeschichte wider. Ein Beispiel: "Greif zur Feder, Kumpel" lautete die Parole in der Nachkriegsliteratur der ehemaligen DDR. Was von Autoren auf den Bitterfelder Konferenzen formuliert wurde und für Autoren wie Heiner Müller, Christa Wolf, Peter Hacks prägend war, fand interessanterweise auch in der BRD seine Entsprechung. Die Gruppe 61 und der "Werkkreis Literatur der Arbeitswelt" mit Autoren wie Günter Wallraff, Angelika Mechtel oder Peter Schütt setzten sich in ihren Texten und Reportagen mit der Realität in den Betrieben Westdeutschlands auseinander.
Wer einmal anfängt zu schmökern, kommt von dem 464 Seiten starken Band nicht mehr los. Die lesefreundliche Aufbereitung der Literaturgeschichte mit gehaltvollen Randbemerkungen und im Layout hervorgehobenen Zusammenfassungen verschaffen dem Leser rasch einen Überblick. Bilder und biografische Daten reichern die Texte an. Neben der Geschichte der Literatur, die einen erheblichen Teil des Buches ausmacht, finden sich auch Erklärungen über die unterschiedlichen Darstellungsformen von Texten: Erzählung und Beschreibung, Brief und Artikel, Kommentar und Klappentext etwa werden einführend behandelt. Insbesondere das Kapitel über Analyse und Interpretation schafft Grundlagen für ein besseres Verständnis von Literatur, liefert aber auch das Handwerkzeug für die Textinterpretation in der Schule. Ein weiterer Themenkomplex erklärt die Literaturgattungen. Dramatik, Lyrik und Epik – die drei großen Gattungen der Dichtung – werden erörtert. Äußerst hilfreich sind bei diesen Kapiteln die Grafiken und Schaubilder, etwa im Zusammenhang mit auf den ersten Blick noch abstrakt erscheinenden Themen wie Erzählperspektive in der Epik oder Figurenkonzeption.
Der Band über Literatur in der Dudenreihe Basiswissen Schule verschafft dem Leser einen kompetenten und vollständigen Einblick in die Welt der Literatur. Im Zusammenspiel von Buch, CD-ROM und Informationen im Internet unter www.schuelerlexikon.de bietet das Werk ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer sich einmal mit dem Buch der Reihe »Basiswissen Schule« beschäftigt hat, wird Georg Christoph Lichtenberg widerlegen, der da meinte: "Es gibt sehr viele Menschen, die bloß lesen, damit sie nicht zu denken brauchen."
Fazit: Optisch und inhaltlich rundum gelungen und die enthaltene CD macht das Stöbern, nicht nur für Schüler zu einem neuen Leseerlebnis.
Duden Basiswissen Schule Literatur 1. Auflage 2002 Buch mit CD-ROM und zusätzlichen, aktuellen Artikeln im Internet 464 Seiten. Gebunden ISBN 3-411-71601-0
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