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Kolumne



November Kolumne 2002 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 02. November 2002
Siegfried Unseld, Chef des Suhrkamp Verlags, ist tot. Und wie wichtig jener ruhige, souveräne Macher hinter den berühmten Namen wie Brecht, Bernhard, Walser, Handke, Adorno, Marcuse und viele mehr war, ist jedem bekannt und wird in den Feuilletons zur Genüge beschrieben. Also, was bleibt? So was wie ein kleiner, persönlicher Nachruf vielleicht?

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Juni Kolumne PDF Drucken E-Mail
Samstag, 15. Juni 2002
Es ist Sommer in Berlin! Die Stadt, die in der kalten Jahreszeit fast nicht auszuhalten ist, versucht in die Gänge zu kommen; noch lassen Sonne, strahlend blauer Himmel und lauwarme Nächte, in denen sich Vergnügungssüchtige von Kneipe zu Kneipe und von Club zu Club treiben lassen, auf sich warten. Aber, es gibt ja noch den Fußball, die Weltmeisterschaft, gerade am laufen, Millionen in aller Welt vor die Kiste ziehend, Emotionen hochkochen, Hoffnungen aufkeimen und Träume zerplatzen lassend. Ein unendliches Meer an nuke_stories von Davids, die Goliaths besiegen, von alten, neuen oder gefallenen Helden. Welttheater mit einer sich verselbständigenden Dramaturgie. Archaisch und modern zugleich. Gehört das runde Leder auf eine Literaturwebseite? Und wie!

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März-Kolumne PDF Drucken E-Mail
Montag, 11. März 2002
Als eine führende Musikzeitschrift zum Ausgang der Achtziger jene Band um die Herren Grohl, Novoselic und Cobain als die Pixies der Neunziger ankündigte, dachte niemand im Traum daran, dass Nirvana nicht viel später, mit ihrem furiosen Krachpop, ein neues musikalisches Zeitalter einläuten würde; sie wurden die Beatles dieses neuen Jahrzehnts, schmissen mit ihren verzerrten und feedbackenden Gitarren, der bohrenden Kompromisslosigkeit der Rhythmussektion, der Welt und sich selbst anklagenden Stimme, transportiert von einem charismatischen Antipophelden mit schulterlangen, strähnigen Haaren, löchrigen Jeans, Turnschuhen, einem verwaschenen Pullover, Madonna, Michael Jackson und Co. von ihren Chartplatzierungen; die Jugend der westlichen Welt hatte plötzlich einen neuen Soundtrack für deren Rebellion – nichts sollte so sein, wie es bis dahin war. Die Musikindustrie schaltete schnell: Jetzt bekamen diejenigen, die in den Highschools immer als die Freaks galten, die weder Football spielten, noch Cheerleader waren die Plattenverträge.

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Februar-Kolumne PDF Drucken E-Mail
Montag, 11. Februar 2002
Diesmal geht es in der Kolumne heiß her – und zwar auf allen Ebenen: Ein berühmter Schriftsteller spricht sich gegen das NPD – Verbotsverfahren aus, eine zeitgenössische Erzählung wird als Comic veröffentlicht, Sex und Liebe gibt es auch noch, aber auch schöne Landschaftsbeschreibungen, dann wird sich vor Gericht um das Erbe von Weimar gestritten, ein Klassiker unter den Detektivromanen erfährt eine Wiederauferstehung und die Generation Golf sieht sich plötzlich mit einem kollektiven, schlechten Gewissen konfrontiert. Na, wenn das keine interessanten Zutaten sind?

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Januar-Kolumne PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 08. Januar 2002
Harald Schmidt ist ein mediales Phänomen, das nicht nur die Fernsehnation zu spalten weiß. Den einen gilt er als dekadenter, pseudointellektueller Clown, der im Grunde genommen nichts zu sagen hat, den anderen gilt er als geistreicher Zyniker und Multitalent, eine Art sanfter Eulenspiegel, der das Reich des Privatfernsehens ein wenig verunsichert. Dass er auf dieses Medium, das ihn in erster Linie populär machte, nicht unbedingt angewiesen ist, dass er auf der Bühne auch ohne Kameras zurechtkommt, beweisen seine kabarettistischen und vor allem schauspielerischen Talente, die er erfolgreich bei der Aufführung von Samuel Becketts Warten auf Godot am Bochumer Schauspielhaus einsetzte. Das ausverkaufte Haus dankte es ihm mit lang anhaltendem Beifall. Und wenn Sat1 ihn wegen zu geringer Quoten eines Tages abschießen sollte, es wartet immer noch die Theaterkarriere.

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