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Samstag, 19. November 2005 |
Binnenreim (mask.)
Reim innerhalb einer Verszeile (Bsp.: »Sie
blüht und glüht und leuchtet«, Heinrich Heine).
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Samstag, 19. November 2005 |
Blankvers (mask.) Reimlose Verszeile aus 5
Jamben. Die unbetonte Silbe nach der letzten
Hebung kann auch entfallen. (Bsp.:)
Gotthold Ephraim Lessing Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von
Vorurteilen freien Liebe nach! Metrisches Schema (für jede
unbetonte Silbe steht x, für jede betonte 'x): x 'x x 'x x 'x x
'x x 'x (x) x 'x x 'x x 'x x 'x x 'x Der Blankvers ist aufgrund
seiner Natürlichkeit, Flexibilität und Prosanähe das klassische
Versmaß des Dramas. In England als solches seit dem 16. Jh. (Shakespeare)
gebräuchlich, setzt sich der Blankvers im deutschen Drama spätestens
mit Lessings Nathan der Weise (1779) gegenüber dem
Alexandriner durch. Anders als in der englischen
und amerikanischen Poesie, wo der Blankvers eine bedeutende Rolle spielt (z. B.
bei John Milton, William Wordsworth, Wallace Stevens), findet er sich in der
deutschen Lyrik selten (z. B. Rilke, 4. Duineser Elegie).
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Samstag, 19. November 2005 |
Ballade (fem.)
Ursprünglich die Bezeichnung für ein Tanzlied mit
Refrain in strophischen
Dichtungen. Seit dem 18. Jh. versteht man unter Ballade ein Gedicht, das in
meist knapper, dramatischer Form ein zumeist besonderes, oft historisches,
Ereignis erzählt; insofern ist die Ballade sozusagen eine Novelle in
Versen. Bekannt ist Goethes Wort von der Ballade als »Ur-Ei« der
Poesie, die deren »drei Grundarten« - Epos, Lyrik, Drama
- »lebend . . . in sich vereinigt«. Neben dem seit der Mitte
des 18. Jh.s gesammelten und gedruckten Erzähllied Volksballade entsteht
um 1775 die deutsche Kunstballade (Hölty, Bürger). Bekannte Balladen
stammen u. a. von Goethe, Schiller, Uhland, C. F. Meyer, Droste-Hülshoff
und - im 20. Jh. - von Brecht. (Bsp.:) Otto Ernst
Nis Randers Krachen und Heulen und berstende Nacht, Dunkel
und Flammen in rasender Jagd - Ein Schrei durch die Brandung!
Und brennt der Himmel, so sieht man's gut: Ein Wrack auf der Sandbank!
Noch wiegt es die Flut; Gleich holt sich's der Abgrund. Nis
Randers lugt - und ohne Hast Spricht er: »Da hängt noch ein
Mann im Mast; Wir müssen ihn holen.« Da faßt ihn
die Mutter: »Du steigst mir nicht ein: Dich will ich behalten, du
bliebst mir allein, Ich will's, deine Mutter! Dein Vater ging
unter und Momme, mein Sohn; Drei Jahre verschollen ist Uwe schon, Mein
Uwe, mein Uwe!« Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm
nach! Er weist nach dem Wrack und spricht gemach: »Und seine
Mutter?« Nun springt er ins Boot, und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Friesengewächs; Schon sausen die Ruder. Boot
oben, Boot unten, ein Höllentanz! Nun muß es zerschmettern . .
.! Nein: es blieb ganz! . . . Wie lange? Wie lange? Mit feurigen
Geißeln peitscht das Meer Die menschenfressenden Rosse daher; Sie
schnauben und schäumen. Wie hechelnde Hast sie
zusammenzwingt! Eins auf den Nacken des andern springt Mit stampfenden
Hufen! Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt! Was da? -
Ein Boot, das landwärts hält - Sie sind es! Sie kommen!
- - Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt . . . Still
- ruft da nicht einer? - Er schreit's durch die Hand:
»Sagt Mutter, 's ist Uwe!«
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