RichardNorden
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Re:Gegenlesen - 2007/06/02 11:24
Interessantes Konzept, aber ich kann es mir in der Praxis recht schlecht vorstellen. Bei diesem gegenseitigen Lektorieren sehe ich verschiedene Knackpunkte im Gegensatz zu einer 'klassischen' Autorengruppe:
1) Man weiß nicht, wer den Text lektorieren wird und ob dieser das Genre überhaupt mag. Wer z.B. kein Science-Fiction-Fan ist, wird sich ziemlich schwer damit tun, einen Science-Fiction-Text zu lektorieren.
2) Es besteht die Gefahr, dass der 'Lektor' schnell und oberflächlich arbeitet, um schnell fertig zu werden, da er ja eigentlich nur das Recht erwerben will, selbst etwas zum Gegenlesen hochzuladen.
3) Das Konzept eignet sich meiner Meinung nach nur für Kurzgeschichten oder Romananfänge. Vermutlich gibt es eine Begrenzung in der Länge der Texte, die man hochladen darf (es kann ja nicht sein, dass man selbst eine Kurzgeschichte lektoriert und als Gegenleistung einen Roman von 500 Seiten gegenlesen lässt). Und 'scheibchenweises' Hochladen dürfte auch schwierig werden, da Teil 2, 3 etc. dann ja vermutlich von jemand anders lektoriert würden, der den Anfang nicht kennt (und daher wohl kaum mehr den Einstieg in die Handlung schaffen wird...). Auch fallen logische Fehler im Handlungsverlauf nur jemandem auf, der eine Handlung von Anfang an gelesen hat.
Sollten meine Befürchtungen sich als unbegründet erweisen, wäre ich neugierig, auch etwas über die Seite zu erfahren. Ansonsten bevorzuge ich aber nach wie vor die Autorengruppe: Nichts ist produktiver, als sich einmal die Woche bei einem guten Glas Wein (oder Bier) zusammenzusetzen, Leseproben auszutauschen und die Leseproben der Vorwoche durchzusprechen.
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