Dr. Robert
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Re:Woran denken Verlage? - 2007/05/09 07:09
Ja Jacober, ich denke, wir beschreiben den selben Prozeß von einem anderen Sichtwinkel aus. Das ist der Grund warum ich Adorno erwähnte. Wir leben in einem Kreislauf, wie sie Adorno in Dialketik der Aufklärung beschreibt. Die Herstellung des Produktes wiegt mehr als dessen Inhalt. Somit ist die Kultur ihrerseits entfremdet. Ohne einen Lektor ist heut zu Tage kein gutes Buch mehr rauszubringen. Dadurch entsteht eine Diskepanz zwischen der schreibenden Person und dem was sie in ihrer Umwelt vorfindet. Ich glaube aus diesem Zwiespalt entsteht das Bedürfnis so vieler AutorInnen sich an einen Verlag zu wenden. Der Inhalt bekommt erst Wert durch das Produkt. Dass Verlage bei in ihrer Auswahl ganz klar nach der kommerziellen Verwertbarkeit und ihrer Verlagstendenz gehen, ist das nachvollziehbarste der Welt. Der Markt wird halt geregelt von Angebot und Nachfrage. Das Lektoren und verlage sich nicht mit jedem Kram auseinandersetzen wollen ist auch mehr als nachvollziebar. Aber die Dinge haben in unserer sterielen, entfremdeten Welt einfach an Wert verloren. Nicht nur in der Literatur. Aber ein gutes Buch kommt ohne professionellen Lektor einfach nicht weit.
Dabei sollten doch für die schreibende Person andere Dinge im Vordergrund stehen. Mir ist es im Grunde egal, was jemand über mein schwachsinniges Gekritzel denkt. Ich schreibe und spiele Theater um meinen direkten Mitmenschen Anregungen und Impulse zu geben, für einen netten Austausch oder einen netten Abend. Was die Verlage dabei denken, kann ich mir an fünf Fingern ausrechnen, wenn ich mir die verlagstendenz betrachte.
In dem Sinne... Grüße
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