Dr. Robert
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Der Anfang - 2007/05/06 02:40
Anfang
Er saß in einem Raum. Die karge Wand starrte auf ihn herab wie eine böse Fratze. Er wartete. Wartete auf den Moment, da er gehen konnte. Aber alles blieb still. Nichts regte sich. Die Tür wurde nicht geöffnet. Niemand trat zu herein. Seine Finger tasteten nach den Zigaretten in seiner Jeans. Zu seinem Unglück stellte er fest, dass das Feuerzeug nichts mehr taugte. Frustriert schob der Mann die Packung auf den Tisch neben sich, spielte nervös mit den Fingern auf der Tischplatte und wartete, starrte auf die Wand mit ihrem weißen Muster, überlegte was all das zu bedeuten hatte.
Er war auf dem Weg zur Arbeit gewesen. Heute morgen. Jetzt saß ier in diesem Raum. Die Handschellen hatten sie ihm glücklicherweise abgenommen. Aber den Weg in dem schwarzen Kombi mit den getönten Scheiben, lagen sie eng um meine Handgelenke. Es schmerzte.
Da war ein Atem in seinem Nacken. Ein Flüstern zwischen den beiden Komplitzen. Aber was war nur geschehen? Etwas packte ihn, als er die Treppe zur U Bahn hinter sich hatte. Dann war alles Dunkelheit. Das Auto fuhr mit hoher Geschwindigkeit. Das spürte er. Aber erst hier nahmen sie ihm das Tuch um die Augen ab. Seitdem saß er da und wartete in diesem fensterlosen Raum!
Alles war weiß und karg. Die Lampe über ihm verstahlte dieses böse Neonlicht. Seine Augen schmerzten bereits. Erwartete immer noch. Nichts geschah. Seine Augen fuhren über die weiße Wand wie eine Taschenlampe durch die Dunkelheit. Was wollten die Männer von ihm? Er hatte weder Geld noch reiche Verwandte. Was also verdammte Scheiße konnte sie veranlasst haben ihn hier her zu bringen? Im ersten Schockmoment hatte er gedacht es sei die Polizei. Aber sie vernahmen ihn nicht oder kontrollierten seinen Ausweis.
Warum hätten sie das auch tun sollen? Er war ein unbescholdener Bürger, in seinem Pass stand, dass er Deutsch war. Was wollten diese Leute von ihm? Seine Finger tippten weiter unruhig auf dem Holz der Tischplatte herum. Wenn er doch wenigstens Feuer hätte! Aber es lag vermutlich neben dem Aschenbecher seines Wohnzimmers wo er nach dem Frühstück immer seine erste Zigarette rauchte. Wie lange war das her? Drei Stunden? Sechs Stunden? Jegliches Zeitgefühl hatte sich mittlerweile in diesem Albtraum verflüchtigt. Sicher warteten sie schon auf ihren Angestellten in Büroräumen und fragten sich warum er nicht absagte. Aber was sollte er tun? Hier gab kein Telefon. Kein Fernseher. Nur diesen Tisch und diesen Stuhl. Was konnte er also schon tun um seinen Arbeitgeber zu informieren? Voller Wut zog er die Möglichkeit in Betracht auf Grund dieser Verspätung entlassen zu werden. Seine Hand ballte sich zur Faust. Wie lange hatte er sich für diesen Job gekämpft? Als Leiharbeiter für IT Wesen hatte er angefangen. Dann hatte der Chef der Firma ihn, Harald Günzmeier, ins Büro gerufen und angeboten, wenn er bei der Leiharbeiterfirma kündige, würde er ihn festanstellen. Zwei Monate später trug er die Firmenkleidung, besuchte die Betriebsfeiern und konnte sich nicht mehr vorstellen woanders zu arbeiten. Wenn ihm jetzt gekündigt würde, dann würde er die Behörden verklagen. Bis zum Bundesgerichtshof würde er gehen, wenn es sein müsste. Als er sich erhob pressten sich seine Zähne vor Wut aufeinander. Er machte eine Runde um den Tisch, beschloss dann die Stille dadurch zu unterbrechen, dass er gegen die weiße Tür schlug Aber nichts geschah. Rein gar nichts. Er blieb allein mit seinem Schmerz in seiner Faust! So blieb ihm nach einem Moment der Fassungslosigkeit nichts anderes übrig als sich wieder zu setzen und die weiße Wand mit ihrem unregmäßigen Muster anzustarren.
Beitrag bearbeitet von: Dr. Robert, um: 2007/05/08 03:33
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