Uwe Lammla
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 Grünschnabel
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Warum dieses Thema eine Zumutung ist - 2008/03/06 14:09
Das spirituelle Konzept Karma ist die radikalste Verneinung des Lebens und der Welt. Da in dieser Vorstellung nicht nur die schlechte, sondern auch die gute Tat eine Verlängerung des Kreislaufs der Geburten bewirkt, dem man gerade entfliehen will, wird hier eine fundamentale Passivität gepredigt. Es geht hier nicht nur um Taten im faustischen Sinne. Es geht auch um jede Geistigkeit, die eine gewisse Tatsächlichkeit hat. Nach abendländischer Vorstellung ist die höchste Geistesleistung das Urteilsvermögen. Ein Geist, der nicht urteilt, ist eine Art Drogenrausch, aber kein Geist. Wer der Welt zu entfliehen trachtet, macht sich zum Mittel in der Hand derer, die die Welt gestalten. Das sind in unserer Zeit die Kräfte der Mechanisierung, Standardisierung, Virtualisierung, kurz: der Antichrist. Natürlich hat der Antichrist seinen Platz und seine Rolle in Gottes Heilsplan. Der Versucher schafft erst die Freiheit, sich gegen ihn zu entscheiden oder in seinem Treiben mitzutun. Ein Ausweichen vor der Entscheidung gibt es nicht. Freilich wird uns der Antichrist bis zum Weltende noch zahllose "Ausweichmöglichkeiten" kredenzen, sie heißen nun "Karma" oder sonstwie. Wer an Karma glaubt, stellt sein Heil über das der Welt. Ein solches Heil gibt es aber nicht. Die christliche Erlösung des Gläubigen ist immer an das Gericht über die Welt gebunden.
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