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HeikoW
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Re:Spinnerkind / 2. Runde - 2007/11/28 10:30Dann antworte ich hier noch einmal auf Stefans Frage, ob ich das MS nur bei peenae eingestellt oder auch direkt an Verlage geschickt hatte.
Ich habe das erste Kapitel nur bei peenae veröffentlicht, weil ich zum damaligen Zeitpunkt lediglich dieses Kapitel fertig hatte. Ich wollte im Grunde nur wissen, wie es bei den LeserInnen ankommt. Mit dem ganzen MS hätten mein Agent und ich uns zu einem späteren Zeitpunkt an Verlage gewandt; das war dann aber nicht mehr nötig, weil ich aufgrund des ersten Kapitels und eines kurzen Expos bereits einen Vertrag bekam.
Viele Grüße, Heiko
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nun habe ich also auch die welt des spinnerkinds kennengelernt. mir hat das buch sehr gut gefallen. schon nach weniger seiten wollte ich die eltern, besonders die mutter am liebsten schütteln. leider ist der plot so weit von der wahrheit in manchen familien gar nicht entfernt. vielleicht weniger extrem, aber dennoch.
fragen bleiben bei mir nur insofern offen, dass ich überlege, wie das leben des "spinnerkindes" wohl weitergeht. hat er einen großen oder nur einen kleinen (wie wir wohl alle irgendwie) schaden davongetragen? aber ich mag es, wenn eine geschichte nicht alle fragen beantwortet. für mich ist ein buch dann gut, wenn es den leser zum nachdenken, weiterdenken, weiter"spinnen" anregt. das ist dir mit spinnerkind gelungen - zumindest bei mir.
natürlich hätte man darauf eingehen können, warum die eltern so sind, wie sie sind. aber wie bei jakob sind die ursachen dafür sicher in der kindheit zu suchen und zu finden.
ich freue mich auf weitere bücher von dir.
Neben Freundschaft und Liebe ist die Familie meiner Meinung nach DER Ort, an dem Konflikte auftreten können. ich möchte sogar soweit gehen, dass die meisten konflikte nicht nur in familien entstehen KÖNNEN, sondern dass sie es tun. irgendwie schleppen wir doch alles unser leben lang mit uns herum, was in der kindheit passiert - bewusst oder meist unbewusst. wie sehr uns unsere kindheit wirklich prägt, vermögen wir wahrscheinlich nicht einmal annähernd zu begreifen.
hinzu kommt, dass in familien verschiedene charaktere aufeinander treffen, die meist auf engstem raum auskommen müssen. wie sagte meine mama immer so schön: freunde kann man sich aussuchen, die familie nicht... Nichts ist langweiliger, als von Familien zu lesen, in denen sich alle lieb haben das ist wohl wahr. zumal es diese familien wahrscheinlich gar nicht gibt. irgendwo im keller hat doch jeder 'ne leiche, manche sogar mehrere. in den meisten "vorzeigefamilien" wird nur heile welt gespielt, probleme unter den teppich gekehrt oder verharmlost. und selbst in diesen familien kracht es dann irgendwann, weil man eben nicht sein leben lang alles totschweigen kann, ohne durchzudrehen...
so, das war mein senf dazu.
vielen dank für diesen roman.
grüße bea
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habe Deinen Roman gerade beendet und mich wirklich köstlich amüsiert. Meine letzte Lesung eines John Irving-Buches ist schon eine Weile her, aber es erinnert tatsächlich an seine besten Zeiten.
Meine Frage ist jetzt weniger literarisch als mehr in ein Detail gehend: Im Kapitel „Der Schuss - Ausgerenkt – eingerenkt“ geht es – abgesehen vom herrlichen Kanonenschuss – um eine Schulter, welche ein wenig lädiert ist. Du beschreibst das Knacken und Einrenken. Der gute Jakob scheint keine bis wenig Schmerzen zu verspüren. Frage: Kannst Du hier auf persönliche Erfahrung in Bezug auf Luxationen zurückgreifen? Ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, dass es höllisch schmerzt.
Im Gegensatz zu vielen Lesern hier im Forum sehe ich die „zerrüttete“ Familie McGhee jetzt nicht wirklich dramatisch… …tut der spannenden und wundersamen Jugend des Jakob wenig Abbruch… …bereichert eigentlich…
…kann man das so sehen?
Liebe Grüße Aus Österreich A.P.
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HeikoW
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Re:Spinnerkind / 2. Runde - 2008/02/21 13:20Hallo, A.P. Vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich freue mich, dass dir Jakobs Geschichte gefallen hat.
a.p.schloeglmeier geschrieben: Meine Frage ist jetzt weniger literarisch als mehr in ein Detail gehend: Im Kapitel „Der Schuss - Ausgerenkt – eingerenkt“ geht es – abgesehen vom herrlichen Kanonenschuss – um eine Schulter, welche ein wenig lädiert ist. Du beschreibst das Knacken und Einrenken. Der gute Jakob scheint keine bis wenig Schmerzen zu verspüren. Frage: Kannst Du hier auf persönliche Erfahrung in Bezug auf Luxationen zurückgreifen? Ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, dass es höllisch schmerzt. Nein, ich hatte noch nicht das "Vergnügen" einer Luxation. So unliterarisch ist deine Frage aber gar nicht: Mit der Tatsache, dass Jakob diese Tortur reglos über sich ergehen lässt, habe ich seine Situation zu der Zeit schlicht bis zum Äußersten überspitzt dargestellt. Für seine Eltern scheint er eben nur ein Gegenstand zu sein; ein Mittel zum Zweck; etwas, das man benutzen kann, um seine Ziele zu erreichen. Und Gegenstände "fühlen" nichts. Das kann Jakob erst am Ende des Buchs überwinden (wobei ich hier natürlich darum bitte, darüber nicht zu viel zu erzählen. )
Im Gegensatz zu vielen Lesern hier im Forum sehe ich die „zerrüttete“ Familie McGhee jetzt nicht wirklich dramatisch… …tut der spannenden und wundersamen Jugend des Jakob wenig Abbruch… …bereichert eigentlich…
…kann man das so sehen? Natürlich. Es hätte kaum gelohnt, über Jakob zu berichten, wenn er eine ganz normale Familie gehabt hättte und alles in Ordnung gewesen wäre, oder?
Viele Grüße, Heiko
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