a.p.schloeglmeier
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Re:Über die Unbewohnbarkeit des Paradieses - 2008/02/16 13:35
Sehr zu verehrender Duke,
sollten Sie die Rechte erwerben, so haben Sie damit auch das Recht, den Drehort zu wählen. Das Paradies kann sich jeder selbst wählen, meint der Schlöglmeier.
Da die Diskussion ein wenig abzugleiten scheint, stelle ich hiermit eine (vielleicht) diskussionswürdige Stelle ins Netz:
Auszug aus dem Kapitel „DIE GELUNGENE FLUCHT DES ZÖGLINGS PAUL A.“ Bis Sonnenuntergang und somit dem Ende des Tagwerks waren es, wenn Moses die Erinnerung nicht täuscht, noch fünf gottgefällige Stunden, die Abt Haller mit Schreibarbeit, einer telefonischen Aussprache mit dem Kardinal – untertänigst – und Anweisungen an das Sekretariat – erhaben – füllte. Zwischenzeitlich konnte Paul in seliger Ruhe den Innenbereich seines Verstecks begutachten. Ein handwerkliches Meisterwerk der Schreinerei Mader und Co. 1896 war das und eines Verstecks würdig. Geräumig und nach edlem Holz duftend. Auch würdig diversen persönlichen Wichtigkeiten des Abtes Haller einen angemessenen Rahmen zu bieten. Ein wenig unaufgeräumt, wie Paul allerdings fand. Und so greife ich meinem väterlichen Erzieher ein weiteres Mal unter die Arme und trenne, um äußerste Ruhe bemüht, seine klerikalen Werke von billigen Zeitschriften, die zwar nicht im Sinne der katholischen seelischen Aufklärung stehen, jedoch durchaus aufklärend im Sinne eines pubertierenden Jungpauls wirken. Man kann sagen, dass dem Zögling in seinem Versteck nicht langweilig wird, im Gegenteil, dass es lehrreiche Stunden sind, zuvor nur manchmal, selten eigentlich und dann nur versteckt mit den älteren Mitzöglingen genossen. Dass ich so arglos durch des Abtes Privatsammlung stöbern durfte, verdankte ich einem Herstellungsfehler der Schreinerei Mader und Co. 1896, die beim zusammenzimmern zweier Bretter ein wenig unregelmäßig gearbeitet hatten und somit für ausreichend Lichteinfall gesorgt war. Nach Durchblättern der Literatur ordnete ich – Moses hofft immer noch, Abt Haller einen Gefallen getan zu haben – die Aufklärungswerke nach christlichen Kriterien. Links Testament nach Sprache – Latein zuunterst, rechts Magazine nach Erscheinungsdatum. Haller schien die Lektüre des „Playboy“ bereits im Februar dieses Jahres eingestellt zu haben, wogegen Paul die aktuelle „Penthouse“-Ausgabe in Händen hielt. Die kam zuoberst. Ich stehe nicht an, an dieser Stelle ein weiteres Mal der Schreinerei Mader und Co. 1896 zu huldigen, die Paul durch sorgsames Handwerksgeschick genug Platz bietet, seiner ordnenden Aufgabe nachzukommen. Ein gar göttliches Möbelstück. Möge das Schreinerhandwerk in den Alpen ewig Qualität wie diese bieten. Amen. Abt Haller ist immer noch am telefonieren, koordinieren, organisieren, gestalten, befehlen, leiten und lenken. Und kurz kommt Paul der Gedanke, dass der ehrwürdige, dickbäuchige Abt vielleicht am Ende seines gottgewollten Tagwerks noch Muße suchen wird und vielleicht dann zur entspannenden Literatur greifen wolle. Diese Sorge, lassen Sie es mich vorwegnehmen, war unbegründet. Moses will heute sogar gerne glauben, dass der gute Haller diese sündigen Zeitschriften nur aus den Spinden der vielleicht schon älteren Zöglinge konfisziert hat und bis zur Volljährigkeit eben dieser vertrauensvoll aufbewahrte. Wieder Amen. Also weiter: Delegieren, beauftragen, ermächtigen, dies waren die Aufgaben, die Abt Haller an diesem Tage beschäftigten. Am Ende noch Vorführung eines neuen Zöglings, der, so darf Paul durch den kleinen Herstellungsfehler der Schreinerei Mader und Co. 1896 beobachten, kaum vier Jahre alt sein konnte, aber schon eine hallersche, väterliche Einführung ins heilige und heilende Klosterleben erfahren durfte. Am Ende des Vortrags noch die väterliche, tröstliche Frage an den Kleinen, ob er sich wohl fühle, ob alle gut zu ihm seien, dass eine Erziehung im Namen Jesu ein Gottesgeschenk sei und eine gewisse Strenge so manchmal von Nöten. Ich hoffte in meinem Kasten inständig, dass der Kleine sich nicht zu etwas hinreißen ließe. Einer Antwort vielleicht. Bleib stumm, betet Paul, sag kein Wort, und der Kleine bleibt stumm und Paul hofft, ein neuer Schweigender würde ihm nachfolgen. Der kleine neue Mensch betrachtet den Boden, sieht vorsichtig auf, sieht den Dicken hinter seinem Schreibtisch, hält dem Blick des Dicken nicht stand, natürlich nicht, starrt wieder zu Boden. So steht es kleinen Menschen zu. Haller, ich kann es nur wiederholen, du warst der gottgesandte Lehrer des Moses W. und sollst leben in Ewigkeit.
Liebe Grüße An alle Andreas Pankraz S.
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