Zabaione
Benutzer
 Meisterfeder
| Beiträge: 136 |   | Karma: 6
|
schwarzes Herz - 2008/01/31 15:47
Viele Dinge verlieren im Leben ihre Bedeutung, nichts bleibt wie es ist, alles verändert sich. Abends hatte sie der gähnenden Leere ihres Kühlschrank, die letzte Pizza die ihr Gefrierfach hergab, entgegengesetzt und in den Backofen geschoben.
Als es klingelte und sie das Telegramm aus der Hand des Boten entgegennahm war ihr mulmig zumute. [#k]“ Es ist aus !” [/k] stand darin..
Das es aus war, wusste sie schon lange. Es waren die unausgesprochenen Sätze, die die Kluft zwischen ihnen vergrößert hatten. Die Lieblingstücke, die nach und nach aus ihrer gemeinsamen Wohnung verschwunden waren, während er in Übersee seinen Geschäften nachging.
Das dunkle Haar an seinem Pullover, der unbekannte Duft der zwischen ihnen die Leere ausfüllte wenn sie sich wieder sahen.
Es war diese; “Was denkst du ?”- Stille die den Raum ausfüllte und allgegenwärtig ihre Gespräche begleiteten ,während ihre Unterhaltung immer mehr zu Worthülsen verkam, die ihre Bedeutung längst verloren hatten. Man konnte es spüren wenn sie fragte “Wann fährst du wieder?” und er antwortete “übermorgen”, sie lag neben ihn und es war eigentlich längst egal ob er blieb oder fuhr.
Sie lag neben einer Hülle, das was ihn ausmachte, musste in Übersee geblieben sein. Der Mann der neben ihr lag war ein Fremder.
Sie wollte ihn festhalten, nie wieder weg lassen, vielleicht würde dann das Glück wieder kommen, was sie mal geteilt hatten, doch sie wusste Glück kann man nicht gefangen nehmen.
Trotzdem war es dieses Endgültige das ihr den Boden zu entziehen schien und sie lähmte. Dieser Kurze Satz der hinter ihren Stirnlappen hämmerte und ihr den letzten Funken Hoffnung austrieb: [#k] “Es ist aus!”[/k]
Irgendwann hatten sich ihre Sinne gemeldet, sie begann sich sie Augen wegen des Qualms der aus der Küche kam zu reiben und auch ihre Nase nahm den beißenden Geruch wahr und gab diese Information an ihr Gehirn weiter..
Sie hatte dieses verkohlte Etwas aus dem Ofen geholt und später an die Wand genagelt. Diese Mondlandschaft glich in seiner Beschaffenheit dem Zustand ihres Herzens, ein kleiner, schwarzer und verkohlter Klumpen. Ob es jemals wieder für jemanden Anderen schlagen könnte, sie wußte es nicht-
Sie packte ein paar Habseligkeiten zusammen und warf einen letzten Blick auf das schwarze Etwas das an der Wand hing. Hier konnte sie nicht bleiben! Diese Welt war für immer verloren dann ging sie hinaus und ließ die Wohnungstür hinter sich ins Schloss fallen. .
Beitrag bearbeitet von: zabaione, um: 2008/01/31 18:09
Beitrag bearbeitet von: zabaione, um: 2008/03/03 07:59
|