Tante B.
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 Gelegenheitsschreiber
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Re:Spinnerkind / 2. Runde - 2008/01/07 12:06
hallo heiko,
nun habe ich also auch die welt des spinnerkinds kennengelernt. mir hat das buch sehr gut gefallen. schon nach weniger seiten wollte ich die eltern, besonders die mutter am liebsten schütteln. leider ist der plot so weit von der wahrheit in manchen familien gar nicht entfernt. vielleicht weniger extrem, aber dennoch.
fragen bleiben bei mir nur insofern offen, dass ich überlege, wie das leben des "spinnerkindes" wohl weitergeht. hat er einen großen oder nur einen kleinen (wie wir wohl alle irgendwie) schaden davongetragen? aber ich mag es, wenn eine geschichte nicht alle fragen beantwortet. für mich ist ein buch dann gut, wenn es den leser zum nachdenken, weiterdenken, weiter"spinnen" anregt. das ist dir mit spinnerkind gelungen - zumindest bei mir.
natürlich hätte man darauf eingehen können, warum die eltern so sind, wie sie sind. aber wie bei jakob sind die ursachen dafür sicher in der kindheit zu suchen und zu finden.
ich freue mich auf weitere bücher von dir.
Neben Freundschaft und Liebe ist die Familie meiner Meinung nach DER Ort, an dem Konflikte auftreten können. ich möchte sogar soweit gehen, dass die meisten konflikte nicht nur in familien entstehen KÖNNEN, sondern dass sie es tun. irgendwie schleppen wir doch alles unser leben lang mit uns herum, was in der kindheit passiert - bewusst oder meist unbewusst. wie sehr uns unsere kindheit wirklich prägt, vermögen wir wahrscheinlich nicht einmal annähernd zu begreifen.
hinzu kommt, dass in familien verschiedene charaktere aufeinander treffen, die meist auf engstem raum auskommen müssen. wie sagte meine mama immer so schön: freunde kann man sich aussuchen, die familie nicht... Nichts ist langweiliger, als von Familien zu lesen, in denen sich alle lieb haben das ist wohl wahr. zumal es diese familien wahrscheinlich gar nicht gibt. irgendwo im keller hat doch jeder 'ne leiche, manche sogar mehrere. in den meisten "vorzeigefamilien" wird nur heile welt gespielt, probleme unter den teppich gekehrt oder verharmlost. und selbst in diesen familien kracht es dann irgendwann, weil man eben nicht sein leben lang alles totschweigen kann, ohne durchzudrehen...
so, das war mein senf dazu.
vielen dank für diesen roman.
grüße bea
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