c48
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Re:Themenfindung - 2007/11/28 13:35
Kein Einwand. So ist es und sicher für andere wieder anders.
Mein "Thema" ist: 'Bezüge zwischen Menschen'.
Ich bewege mich im Kern ausschliesslich in der Gegenwart. Zur Entwicklung der Figuren braucht es Vergangenheit und Zukunft.
Beispielhaft ( und nur beispielhaft!!) setze ich den Fall: Ich möchte eine Geschichte über einen Mann schreiben.
Natürlich habe ich einen Ausgangspunkt und kenne die mir wichtige Botschaft, alles andere entwickelt sich. Das "Risiko", mich zu verlaufen, nehme ich hin. Es ist spannend, keine Zeile sinnlos geschrieben.
Lasse ich ihn im Kapitel drei zum Wintersport fahren und habe im ersten Kapitel beschrieben, er sei träge und meide jede Bewegung, muss ich ihn entweder mobil und sportlich machen oder seinen Winterurlaub vor dem Ferneher auf dem Sofa verbringen lassen.
Hat er in seiner Grundbeschreibung eine Glatze, wirkte es befremdlich, führe ihm einige Kapitel später seine neue Liebe mit der Hand übers Haar.
Sitzt er eben noch am Tisch und liest Zeitung, kann sich kein Leser erklären, wieso er unmittelbar danach an einer bestimmten Ausfahrt die richtige Abbiegung sucht.
Allein mit der zeitlichen Abfolge ist es nicht getan. Ist etwas vorbei, also abgeschlossen, ist das etwas anderes als liege es einfach nur eine Weile zurück.
Diese scheinbaren Kleinigkeiten fallen nicht sofort auf. Meine Finger tanzen als Adapter meiner Gedanken über die Tasten. Manchmal scheint mir, ich schriebe nur einen inneren Film ab und müsse mich beeilen, keine Sequenz zu versäumen.
Erst beim Lesen stolpere ich über Unebenheiten. Das ist für mich ... wie Musik einer nicht gestimmten Violine. Dann suche ich, finde, ändere.
Gebe ich dem Mann volles Haar, weil mir die Szene mit der Frau so gut gefällt, muss ich alles ändern, was vorher mit der Glatze stimmig war.
Die Zeit zwischen dem Sitzen am Tisch und der Autofahrt braucht ihre Bedeutung, zumindest eine Begründung.
Mache ich aus dem Trägen einen Sportler, habe ich alle anderen Szenen noch einmal zu prüfen. Nunmehr kann er nicht mehr auffallend langsam laufen, Treppensteigen vermeiden und die Wochenenden im Bett verbringen.
Wie gesagt, ich setzte den Fall. Das sind die einfachsten Stolpersteinchen, die ich finden würde.
Für heute soll es genügen, habe jetzt keine Lust mehr. Ich schaue morgen wieder rein.
herzlich
c48
Beitrag bearbeitet von: c48, um: 2007/11/28 13:37
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