RichardNorden
Benutzer
 Regelmäßiger Schreiber
| Beiträge: 28 |   | Karma: 1
|
Re:Themenfindung - 2007/11/28 12:11
Weil es sich zu einem gewissen Teil der eigenen Kontrolle entzieht. Ich bin ein Freund solider Vorplanung und setze mich kaum jemals an die Tastatur, bevor ich ein solides Outline mit alle Handlungsfäden, Szenen und Schauplätzen ausgearbeitet habe. Weniger als 150 Stunden nimmt diese Phase selten in Anspruch. Aber irgendwann kommt (natürlich immer erst beim eigentlichen Schreiben) dann doch der Punkt, an dem einzelne Charaktere ausscheren und nicht mehr bereit sind, ihrem Drehbuch zu folgen. Oft sind es Nebenfiguren, die sich hartnäckig weigern, den ihnen zugedachten frühen Tod zu sterben und Aspekte ihrer Persönlichkeit enthüllen, die ganze Handlungsstränge in eine ganz andere Richtung zu verschieben drohen. Ich sehe solche Entwicklungen meist mit zwiespältigen Gefühlen. Einerseits weiß ich, dass ich den bisher gedachten Handlungsverlauf so nicht mehr weiter schreiben kann, ohne dass er selbst für mich gezwungen und unglaubwürdig wirken würde. Andererseits bedeuten solche Entwicklungen auch, dass man einen guten Teil seiner bisherigen Planung einstampfen und über den Haufen werfen muss. Gerade bei einem Mehrteiler, bei dem die Handlungen der einzelnen Bände ineinander greifen müssen, ist es oft ein Drahtseilakt, auf einer neuen Route immer noch (ungefähr) am geplanten Zielort anzukommen. Darum das 'Aber'
|