HeikoW
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Re:Spinnerkind - 2007/11/08 13:07
Hallo, camilo
Mit den ersten Sätzen fängt es an. Daraus entwickeln sich Figuren und Geschichte parallel. Ich frage mich, was das für Menschen sind, die in diesen Sätzen auftauchen; was sie antreibt, welche Konflikte bestehen, usw. Was ist das für ein Junge, der behauptet „Ist nicht so schlimm“, wenn sein Vater ihm zwei Rippen bricht? Wie sieht die Beziehung zwischen Mutter und Vater aus, wenn die Mutter den Vater daraufhin verklagt? Was stellen die Eltern sonst noch mit dem Kind an? Durch diese Fragen lerne ich die Figuren kennen und bekomme eine Ahnung von der Geschichte. Das skizziere ich erst grob, dann gehe ich ins Detail. Für das Spinnerkind habe ich auf diese Weise ein 20-seitiges Exposee verfasst. An einem solchen Exposee orientiere ich mich dann beim „richtigen“ Schreiben. Allerdings kommt irgendwann der Punkt, an dem die Figuren ein Eigenleben entwickeln. Eine Wendung, dich ich vorgesehen habe, funktioniert nicht, weil das Verhalten einer Figur, das dafür nötig wäre, nicht mehr zum Grundcharakter dieser passen würde, o.ä. Das macht entweder eine Änderung an der Figur nötig oder im weiteren Verlauf der Geschichte. Ich bevorzuge die Geschichte anzupassen und so kommt es, dass die Figuren meine Planung ab einem gewissen Punkt über den Haufen werfen und das Ruder in die Hand nehmen.
Ich plane also sehr detailliert, bevor ich schreibe, denke aber mittlerweile, dass diese Planung mir eher hilft, mich meinen Figuren zu näher, damit sie später selbst ihre Geschichte erzählen können.
Liebe Grüße, Heiko
p.s.: So sehr ich den Wunsch nach dem alternativen Ende verstehe: Ich werde es trotzdem nicht verraten.
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