hproentgen
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 Gelegenheitsschreiber
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Re:Wie finde ich einen Verlag - 2007/04/05 20:59
Hallo,
die alte Frage nach dem Talent, ich fürchte, ich kann sie auch nicht definitiv beantworten oder gar die zuständigen Gensequenzen nennen. Ganz sicher braucht man *auch* Talent. Sowohl fürs Spielen eines Instruments - vor allem auf Konzertniveau! - wie auch fürs Komponieren.
Das gilt sicher auch fürs Schreiben. Allerdings glaube ich nicht, dass das wie beim Computer funktioniert: 1 - man hats oder 0 - man hats nicht. Talent hat der eine mehr, der andere weniger, Begabungen sind in aller Regel als Glockenkurve verteilt. Ganz wenige haben sehr viel, die meisten durchschnittlich und wenige kaum was.
Richtig ist: Schreiben lernt man schreibend. Kein Schwimmlehrer kann für die Schüler ins Wasser steigen, kein Reitlehrer für den Schüler reiten und kein Schreibratgeber kann für den Autor ersatzweise den Roman schreiben.
Und Kreativität lässt sich trainieren. Doch, das geht, das geht auch beim Schreiben. Natürlich kann kein so noch so gutes Training aus einem durchschnittlichen Fußballer einen neuen Beckenbauer machen oder den nächsten Zidane.
Was mich bei Interviews und auch Autorenbiografien erstaunt hat, war, dass auch eindeutig talentierte Menschen eine lange Phase der Übung hatten und sehr früh zu schreiben anfingen, meist vor der Pubertät. Simone de Beauvoir und Joanne Rowling haben eines gemeinsam: Beide haben mit ca sieben ihre erste Geschichte geschrieben.
Kurz gesagt: Ich glaube nicht an die strenge Trennung: Der eine ist kreativ, der andere nicht. Und auch Nachspielen erfordert Kreativität, das merkt man spätestens dann, wenn man jemand trifft, der es tut und sie nicht hat.
Hans Peter Roentgen
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