TheOneAbout...
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Re:April - 2008/04/28 18:03
Auf Pfaden und Abwegen!
Wäre mein Vater stolz auf mich? Meine Mutter? Mein Volk? Wenn ich diese Geschichte rückgängig machen könnte, ich würde es tun ohne zu zögern. Verdammter Tor. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Mein Herr was habt ihr mir nur aufgetragen. Gänzlich bitter hallen eure Worte mir nach: „Baumeister Herich, hört mich an. Ich habe Kunde erhalten. Kunde über eine Stadt nahe unserer westlichen Grenzländer. Ihr werdet mit einer Schar Männer aufbrechen und eine Straße bauen. Diese soll die neue Stadt mit der Meinen verbinden, so werden wir sicher bald Handel treiben können.“
Der Herr befahl es und wir gehorchten. Und so sollte unser Werk fortan beginnen. Unsere Körper schwitzten in der prallen Mittagssonne und zitterten, wenn uns des Nachts die Kälte umfing, welche der nördliche Wind mit sich brachte. Unsere Hände waren gezeichnet von Wunden und allerhand kleinerer Risse in der doch so zarten menschlichen Haut. Ich kann nicht einmal mehr sagen was uns weiter vorantrieb als uns bereits der Zweifel und tosender Hunger befiehl. War es die Angst vor unserem Herrn, wenn er erfahren würde, dass wir versagten oder unser Glaube der uns wieder Kraft und Hoffnung schenkte? Viele von uns blickten zu Weilen um sich und mir kam es so vor als würde sich in den Gesichtern meiner Kameraden ein Lächeln auftun. Wir fingen an vom tristen, harten Grau der Steine die wir pflasterten wegzuschauen. Wir sahen über sie hinweg und schauten um uns.
Es waren nun bereits gute zwei Monate vergangen und erst jetzt bemerkten wir, dass das Land, durch die wir diese Straße zu bauen versuchten, uns mit Pracht und Antlitz beobachtete. Wiesen so grün und weit wie wir sie noch nie zuvor erblicken durften und hinter uns das Meer, so blau, das wir dachten der Himmel selbst würde hier die Erde berühren. Immer öfters erwischten wir uns dabei, wie wir unsere Nasen nach oben richteten um den Geruch dieses Bildnisses, welches uns auf unserer Reise begleitete, in uns aufzunehmen. In den seltenen Momenten der Ruhe war uns dieses auch gegönnt und wir fühlten uns frei im Herzen.
Und so pflasterten wir unseren Weg. Tag für Tag. Stunde um Stunde. Stein für Stein kamen wir unserem Ziel nun nähr. So war es der siebte Tag des dritten Monats in diesem glorreichen Jahr, als wir aufhorchten und sich hinter dem, sich langsam verblassenden morgendlichem Nebeldunst, die Mauern und Tore dieser prächtigen Stadt zu erkennen gaben, von der man uns Daheim nur zu erzählen wagte. Die riesigen, mit allerhand Grün beschmückten, Stadttore waren bereits geöffnet. Hier hinter diesen Mauern erhofften wir uns nun die dringende Rast, welche wir uns so bitter und unter so großer Mühe erwünscht hatten, denn unser Werk war vollbracht. Die Straße, sie war gebaut.
Als wir schließlich durch die Tore schritten, schien ein großes Fest im Gange zu sein. Eine Vielzahl von Bewohnern, junge und alte Menschen warfen sich fröhliche Blicke und Wörter zu und sie tanzten und aßen von einem reich gedeckten Mahl. Erst nachdem eine kurze Zeit verstrichen war und man uns bemerkt hatte, kehrte plötzlich Ruhe ein. Da standen wir nun. Am Ziel angekommen sahen wir uns einer Schar Fremder gegenüber die uns nun allesamt anstarrten. Mich überkam ein grauer Schauer und auch jetzt in diesem Augenblick spüre ich ihn noch, wie er mir meinen nackten Rücken hinunter perlt. In ihren Augen sah ich den gleichen Zweifel und Vorwurf den ich einst vor meinem Herrn zu verbergen versuchte, als er mir den Auftrag gab, welcher uns schließlich hierher führte. Ein alter Mann kam auf uns zu und sprach zu uns. „Dies hier ist die Stadt Eden“, sogleich fiel sein Blick an uns vorbei, fortan gerichtet auf unser Werk. Vom seinem Gesicht fielen nun dicke Tränen. Er drehte sich um und verschwand in der Masse der Menschen, welche nun ebenfalls an uns vorbei durch das Tor nach draußen blickte.
„Was habt ihr getan?“ brüllten sie uns nun allesamt und voller Verachtung entgegen.
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