Tanja Küsters
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Re:Pitch Point - 2008/04/11 16:03
Hallo Commondoyle!
Hui, du hast die Seite ja schon verlinkt in deiner Signatur, wo du dich gerade eben erst umgesehen hast, dort. Das ging ja schnell mit der Überzeugung. 
Commondoyle geschrieben: In dem Zusammenhang möchte ich dir zuerst mal was zu deinem Kommentar über die Verlagsarbeit sagen. Ich weiß nicht, ob du etwas über den Arbeitsablauf in Verlagen weißt. Verlage müssen sich nicht durch den Wust unaufgeforderter Manuskripte arbeiten, sie müssen nicht einmal die Briefumschläge öffnen, die sich auf den Schreibtischen türmen. Theoretisch können sie deine Post ohne mit der Wimper zu zucken in den Müll werfen. Du machst ja auch nicht jeden Werbebrief auf, der bei dir im Briefkasten landet und schreibst anschließend zurück, dass du kein Interesse hast. Oder? Ich jedenfalls nicht. Und was anderes ist ein Expose auch nicht, denn damit willst du denen ja das Manuskript verkaufen.
Das ist mir nicht neu, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Verlage sich trotzdem durch den Wust arbeiten, will sagen, viele, etliche Skripte (an)lesen - nicht alle, klar, aber doch immer noch sehr, sehr viele. Egal wieviel arbeit, egal auf welche Weise, egal wer es macht, sie tun es! Und die Allerwenigsten greifen auf so etwas zurück wie Pitch-Point. Solche Seiten gibt es zu Hauf und das sogar kostenfrei, im Gegensatz zu P.P. Und wenn wir schon dabei sind. Ich als Autor zahle für das Anbieten, das eventuelle Lesen und den nach Autorenvertrag entstehenden Druck nichts. Aber bei Pitch-Point zahle ich. Entweder werde ich gelesen und gedruckt wie es üblich ist, ohne Zuschusskosten oder eben nicht. Aber noch zahlen für eine Möglichkeit, die es schon so lange gibt (eben auch kostenfrei)? Nein. Auf keinen Fall. Dass es die ersten sechs Monate frei ist, ist nichts weiter als Einstieg und Lockangebot, wenngleich ich es löblich finde.
Dazu kommt noch, wenn du heutzutage von der Schriftstellerei leben willst, musst du als Dienstleister auftreten. Das heißt, du musst das schreiben, was die Redaktion oder der Verlag haben will. Qualität wird sich langfristig wieder durchsetzen vor Massenschreiberei nach Genre. Wer Geld verdienen will und deshalb schreibt, der hat da sowieso etwas nicht verstanden. 
Auf der Pitch-Point Plattform kannst du hunderten von Verlegern dein Manuskript, das du mit deinem eigenen Werkzeugkasten erstellt hast, vorstellen. Diese "hunderten" müssten erstmal da sein!! Die gibt es doch schon nicht bei den kostenfreien. Das ganze System hat sich doch bisher, solange es das gibt, noch nicht durchgesetzt. Es sind niedere Prozentzahlen, die da Erfolg aufweisen, wenn überhaupt!
Es geht nicht darum etwas schlecht zu machen, was im Grunde nicht wirklich schlecht ist, aber es geht darum, bei der Realität zu bleiben. Und die besagt, dass das Interesse von Verlagsseite und erstrecht von den Großen da überhaupt nicht gegeben ist. Schau mal in die Erfolgslisten dieser Seiten - was haben sie hervorgebracht? Und dann schaue, was auf dem üblichen Weg passiert.
Was ich nicht abstreite ist, dass das irgendwann in Zukunft anders aussehen könnte. Wie du schon sagst, "Trend". Aber noch ist das kein Trend und der Versuch einer zu werden läuft schon Jahre, solange es diese Angebote schon gibt. Aber durchgesetzt haben sie sich bis heute nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. 
Dir auch liebe Grüße von Tanja:
Wenn ich schreibe, beflügele ich meine Seele. Wenn ich redigiere, lege ich sie an die Leine. Wenn ich lektoriere, stutze ich ihre Flügel. Wenn ich veröffentliche, gebe ich sie frei und sie wird trotzdem bei mir bleiben. ©Tanja Küsters |