Honigmaler
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 Grünschnabel
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Re:Gefahr - 2007/05/03 22:40
Rennfahrer oder so (nach überlebter Gefahr) an einem Morgen und später
Der Morgen schlich sich in das Zimmer: Er schob sich durch den Vorhang, er warf sich auf mein Bett, er rang mit mir, lange, verbittert, bis ich aufgab und endlich die Augenlider hob. Ich drehte mein Gesicht zum Wecker: zu früh. Ich drehte mein Gesicht zurück und senkte die Augenlider wieder.
Der Morgen verwandelte sich hinter meinen geschlossenen Augenlidern zum Tag. Hinter dem Vorhang, hinter dem Fenster fuhr es, hupte es, bremste es. Ich schlief nicht, ich lag da, wartete. Auf den Wecker vielleicht? Die Augen immer noch geschlossen, tastete ich mit meiner rechten Hand nach dem Wecker und schaltete ihn aus. Ich lag wieder da und wartete. Nicht mehr auf den Wecker, aber auf was sonst?
Der Tag brachte mir Probleme: Hunger, Durst, Pissenmüssen. Den Urin konnte ich loswerden, indem ich mich – immer mit geschlossenen Augen – auf die Seite legte und einfach lospisste. Es war ein sehr angenehmes Gefühl und stank auch nicht. Schlimmer war der Durst.
Der Durst war schlimm. Ich öffnete die Augen und schaute mich um. Nichts zu trinken in der Nähe. Ärgerlich durstig richtete ich mich auf, stützte mich auf meine Hände. Ich spürte die Nässe auf dem Laken, als ich mich vom Bett erheben wollte, aber zurückfiel. Ach, verdammt, die Beine sind ja nicht mehr dran.
Beine sind wichtig, Arme mit Händen dran wichtiger. Kein Trost, sondern Erfahrung. Beim Weckerausschalten und so. Beim Lakenauswechseln und so. Und so und so und immer weiter mit und so. My favorite von undso: Zigaretten anzünden. Ich saß mit Zigarette in der Hand (treue Hand) auf meinem vollgepissten Laken und starrte zum Vorhang. Rollstuhl und so. Schrank und so, neues Laken und so, viel Handarbeit und so.
Lässt sich schon leben so.
Der Tag schlich sich aus dem Zimmer. Ich lag im Bett, unter geschlossenen Augenlidern. Ich tastete mir der rechten Hand nach der Wasserflasche. Durst würde nicht mehr so schlimm sein am Morgen. Und my good old fellow Nachttopf stand neben dem Bett bereit. Morgen würde es besser werden. Kann man schon so machen, leben und so.
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