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miklos_muhi
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Gefangen - 2008/05/24 12:09 Zehn Jahre ... zehn verdammte Jahre! Nicht wegen Mord oder Totschlag, nicht von einem Gericht auferlegt, im Namen des Volkes – das wäre wesentlich besser gewesen, denn eine Gefängnisstrafe hat normalerweise ein Ende – fünf Jahre, drei Jahre oder eben auch zehn.

Niemand ist schuld daran, dass ich diese Jahre ohne eine Aussicht auf ein Ende auf mich nehmen musste. Freiwillig ging ich in die Sklaverei, lächelnd, mitten jubelnder Freunde und Verwandte. Ich wurde davor gewarnt, was ich vor hatte und was für Konsequenzen meine Tat hat. Wenn es hier jemanden zum Anklagen gibt, dann bin ich derjenige.

Ich kann mich nicht einmal damit vertrösten, wie gut das alles angefangen haben soll; die positive Seiten und die angenehme Momente habe ich mir selbst vorgelogen, die Probleme selbst unter den Teppich gekehrt, habe gegen mich selbst argumentiert und leider gewonnen. Die riesige Mauer aus Unverständnis und Verachtung wollte ich nicht sehen.

Selbst für die Grundlagen des Ganzen kann ich nicht, selbst meine Wahl hatte nichts mit irgendwelchen logischen Argumenten oder Abwiegen von Vor- und Nachteilen zu tun; diese Kräfte übersteigen mein Urteilsvermögen und Wille bei weitem ... Viele wissen es gar nicht (oder vielleicht wollen sie es auch nicht wissen) wie machtlos man ist.

Als es mir klar wurde, worauf ich mich eingelassen habe, war es viel zu spät und die Folgen nicht mehr rückgängig zu machen. Meine Wörter von damals haben – mit meiner Wille – einen Dämon erweckt, über den ich keine Kontrolle haben kann. Ich konnte das Problem alleine nicht lösen und Hilfe bekam ich nicht; die andere Person, die mir helfen konnte, sah das Problem gar nicht, sie fühlte sich gut in dieser kranken Mischung aus Menschenverachtung, religiöser Wahn und raffinierter Sklaverei.

Erst wurde das Problem nicht einmal erkannt, denn alles sei ja wunderbar, ich hätte ja schließlich meine Wille und meine Gefühle zum Ausdruck gebracht. Nach Tagen voller Erklärungsversuchen wuchs meine Verzweiflung Richtung Selbstmord, ich war sogar so weit, dass ich in Büchern nachgeschaut habe, wie ich am schnellsten und sichersten diese Welt verlassen konnte und musste mit Verbitterung feststellen, dass das gar nicht so einfach ist.

Als ich mich bereit gezeigt habe, meine Probleme selbst mit allen (legalen) mitteln zu lösen, wurde das Problem immer noch nicht erkannt dafür wurde ich zum Bösen in diesem Spiel, zu einem Geisteskranken, der anderen Menschen das Leben zur Hölle machen will, zum Urbild aller Problemen und zum Sündenbock schlechthin. Mir wurde vorgeworfen, dass ich damit unlösbare Probleme verursache, obwohl ich zu den aufgebrachten echten und (hauptsächlich) gedachten Problemen Lösungen vorgeschlagen habe.

Dann die Sturheit, die schnöde Weigerung, auf eine nennenswerte Weise zu kooperieren. Die Gedanken Richtung Tod kamen wieder und es wurde wieder still da draußen, ohne dass sich etwas verändert hätte – nur die Behauptungen über meine geistlichen Gesundheit hörten (unter Androhung von Gewalt) auf.

Die große Verdrängung der Probleme dauert immer noch an, selbst die Konflikte um diese Probleme wurden verdrängt – eine ganz fiese Methode jemanden zu isolieren. Jedes mal, wenn ich auf die (immer noch in gleicher Quantität und Qualität bestehende) Probleme hinwiese, wird das Ganze als Witz abgetan, es wird gelächelt und weiter gespielt ... Schließlich ist ja die ganze Welt eine Bühne und die grauenhafteste Stücke auf dieser Bühne sind Ehen.

Beitrag bearbeitet von: miklos_muhi, um: 2008/06/13 10:19
  | | Dieses Thema ist gesperrt.

      Themen Author Datum
  bedeutet das dieses Thema gesperrt ist; kein Beitrag möglich. thread link
Scheinwelt
Redaktion 2008/05/21 17:39
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miklos_muhi 2008/05/24 12:09
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thread linkthread linkthread link Re:Scheinwelt
Phineas 2008/06/21 09:51
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Redaktion 2008/06/24 09:26
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Raniero 2008/06/01 12:49
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