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Re:Schlaflos - 2008/03/24 21:40
Sophie
Ich wälze mich im Bett. Meine Gedanken rasen. Ich bin nicht müde. Die Leuchtziffern des Wecker zeigen 02:53. Seit drei Stunden quäle ich mich. Wütend schlage ich auf die Bettdecke. Schalte die Nachttischlampe an. Das gelbe Licht fließt in den Raum. Meine Augen, die das Licht nicht brauchen, hetzen durch den Raum. Er ist kahl. Leer. Ein Bett. Ein Tisch. Darauf mein Notizbuch. Ein Stuhl. Alle Möbel sind alt. Hunderte von Jahren alt. Wie ich. Mein Notizbuch liegt aufgeschlagen auf dem Tisch. Der Füller liegt quer über den Seiten. Ich weiß, was auf der Seite steht. Namen. Die obersten durchgestrichen. Hinter dem ersten Namen, der nicht durchgestrichen ist, eine kitschige Linie. Der Name: Sophie Saunière. Ich liebe sie. Dabei kenne ich sie nicht. Kenne einzig ihren Namen. Und meinen Auftrag. Sophie. Der Name schmilzt auf meiner Zunge. Ist sie der Grund für meine Unruhe? Noch nie hat mich ein Name aufgewühlt. Ich kenne nur die Namen. Kenne keine Gesichter. Sehe das Gesicht erst, wenn es zu spät ist, wenn sie meines werden. Wenn ich mich an ihnen befriedige. Was sollen die verdammten Gefühle. Bin ich ein schwacher Mensch? Ich stehe auf. Gehe zu meinem Notizbuch. Streiche mit dem Finger über den Namen. Streiche über das sich wölbende Papier, als wäre es die Rundung ihres Busens über den mein Finger streicht. Immer weiter streicht. Über ihre harte Brustwarze streicht ... Ich schleudere das Notizbuch auf den Boden. Schreie. Was ist mit mir los? Ich gehe zu meinem Bett. Ziehe mich an. Schwarze Hose. Schwarzes Hemd. Schwarze Lederjacke. Das Leder quietscht bei jeder Bewegung. Anschleichen kann ich mich so nicht. Aber die Zeiten des Anschleichens sind vorbei. Ich verlasse meine Wohnung. Die scharfe Sichel des Mondes spendet wenig Licht. Die Straßen versinken in Dunkelheit. Meine Schritte sind zielsicher. Ich folge den Straßen ohne nachzudenken. Schließlich stehe ich vor dem Haus. Eine alte Ville. Große Bäume umschließen sie. Schauen mich böse an, wie Wächter, die mir den Zutritt verweigern wollen. Ich öffne das Metalltor und trete in den Garten. Der Hund kläfft, jault, blutet. Ich gehe zur Eingangstür. Sie wohnt allein. Soviel wurde mir gesagt. Ich klingle. Immer wieder drücke ich auf den schwarzen Knopf, neben dem ihr Name steht. Sophie. Nach endlosen Minuten geht das Licht an. Die Tür öffnet sich einen Spalt. Eine Kette spannt sich. Begrenzt den Spalt. Mich nicht. Mit einem festen Tritt fliegt die Tür auf, die Kette baumelt leblos an der Wand. Meine Sophie wurde von der Tür getroffen und durch den Raum geschleudert. Ihr Gesicht blutet. Ich beuge mich zu ihr hinab. Ihr seidenes Nachthemd verhüllt ihren zarten Körper. Sie schaut mich fest an. Ich sehe keine Angst und bin stolz auf meine Sophie. Mit einer Hand packe ich ihre Haare. Reiße sie hoch. Mit der anderen Hand reiße ich ihr das Nachthemd vom Leib. Zitternd, aber stolz steht sie vor mir. Gierig leckt mein Blick über ihren Körper. Ihre Brüste sind schön. Ihre Brustwarzen sehen mich keck an. Ich sehe ihr in die Augen. Dann reiße ich meinen Mund auf und vergrabe meine Zähne in ihren Hals. Ihr Blut fließt meine Kehle hinab. Gierig sauge ich jeden Tropfen aus ihr. Ihr Körper wird weiß. Ihre Beine sacken unter ihr weg. Ich fange sie auf. Trage ihren leblosen Körper hinauf in ihr Schlafgemach. Warte, bis sie müde die Augen aufschlägt. Mich ansieht. Ihre Hand, zunächst schwach, dann immer gieriger über meinen nackten Körper streicht. Unsere Münder sich finden und ich weiß, ich bin ihr in alle Ewigkeit verfallen.
Beitrag bearbeitet von: Frag, um: 2008/04/02 09:37
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