Thor
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 Grünschnabel
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Re:Unsichtbar - 2007/09/26 18:07
Anna beschließt zu sterben
Anna stand auf der Brück und blickte hinunter. Nur ein kleiner Sprung und alles wäre vorbei. Die Stimme in ihrem Kopf würde verstummen, wegen der sie als kleines Kind gehänselt und verstoßen wurde. Sie würde nicht mehr existieren und sie quälen, die Unsichtbare die sie zu einer Verrückten gemacht hatte. Wegen der sie eingesperrt und ans Bett gefesselt wurde.
Sie verspürte den Willen zu sterben. „Doch was wird passieren? Werde ich zur Hölle fahren, und weiter leiden?“, fragte sie sich.
Sie kletterte über das Geländer und stand vor dem Abgrund. Sie stand vor ihrem Leben und blickte ihm tief in die Augen. Sie hatte die Kontrolle verloren, oder hatte sie vielmehr erstmals die Zügel ihres Lebens ergriffen? Sie sah ihre Vergangenheit vorbei ziehen, wie ein Schnellzug an einem kleinen Bahnhof, der nicht wichtig genug ist um dort halt zu machen. Ihr Leben lang wünschte sie sich nichts mehr, als normal zu sein. Sie wollte fähig sein sich unterzuordnen, wie all die anderen. Ihr Verstand wollte das tun was man ihr sagte, um der Strafe zu entgehen, doch ihr Herz war zu stark um es zulassen zu können.
Sie wollte schreien. Doch sie blieb still, als wären ihre Lippen versiegelt. Aber weinen konnte sie. Der Druck der sich in ihr aufgebaut hatte, begann abzufließen. Die Mauer die ihr Herz umgab, hatte einen kleinen Sprung bekommen. Der Druck des aufgestauten Wassers in ihrem Herzen würde den Staudamm zerbrechen, unaufhaltsam. In diesem Moment schienen die Barrikaden die ihre Angst aufgebaut hatte zu brechen. Doch schon im nächsten Moment kam die Angst zurück. Sie spürte wie der Druck der auf ihr lastete sie langsam zerdrückte.
Sie breitete ihre Arme aus und wollte springen.
In diesem letzten Augenblick ihres Lebens, sprach ihre innere Stimme zu ihr und sagte: „Wie jede Wahl ist auch diese endgültig. Doch hab keine Angst. Es mag kein Zurück geben, doch es geht immer weiter, egal was passiert.“
„Du bist der Grund weshalb ich hier stehe und nicht mehr leben will. Denn wegen dir wurde ich verstoßen und für verrückt erklärt. Und nach allem was passiert ist, sprichst du immer noch zu mir. Warum kannst du dich nicht entfernen und mich in Frieden sterben lassen!“
„Ich bin ein Teil von dir, wie dein Körper ein Teil von dir ist. Du kannst nicht leben ohne mich. Ich gehöre zu dir, deshalb kann ich dich nicht alleine lassen. Niemals.“
„Ich habe dich nie geleugnet und in jeder Situation auf dich gehört. Als Dank haben sie mich gefesselt und mit Elektroschocks mein Hirn geröstet. Ich weiß du bist stark und könntest alles ertragen. Aber ich bin nicht stark genug für diese Welt. Ich habe hier keinen Platz an den ich gehöre und keine Aufgabe die ich lösen könnte.
„Nicht ich sondern wir sind stark. Stärker als die meisten Menschen es jemals sein könnten. Und unsere Aufgabe ist größer als alles was Menschen bauen könnten. Doch all das spielt jetzt keine Rolle mehr.“
Sie sprang und der Druck sprengte die Mauern die ihr Herz umgaben. Erstmals fühlte sie sich frei. Frei wie ein Vogel flog sie. Zurück zu ihrem Ursprung, von dem sie geschickt wurde um das Geschenk mitzubringen was sie nun in ihren Armen hielt. Die Erfahrung ihres Lebens ist das größte aller Geschenke, an jenem Ort aus dem sie ursprünglich stammt. Weil es nichts absolut gar nichts Vergleichbares gibt, in jener Existenz. Wenn die richtige Zeit kommt und die Welt bereit dafür ist, wird sie zurückkehren. Um das zu Ende zu bringen was sie in diesem Leben begonnen hatte. Doch bis dahin - möge sie in Frieden ruhen.
Beitrag bearbeitet von: Thor, um: 2007/09/30 23:03
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