Heike Rau
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Re:Stille - 2007/10/04 11:48
Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen. Es zeigt, dass man manchen Dingen nicht entkommen kann, egal wie weit man sich entfernt. Die Figur Harold Cleaver geht mit seiner Flucht seinen eigenen Gedanken in die Falle. Es gibt ja auch nichts, was ihn aus seinen Überlegungen reißen könnte. Geschrieben ist das Buch mit einer ungeheuren Intensität und psychologischem Feingefühl. Das sorgt für eine greifbar wirkende Spannung, mit der man so nach der Lektüre des Klappentextes nicht rechnet. Damit liest sich das Buch überraschend gut, auch wenn man als Leser oft nur mit den Gedanken des Protagonisten unterhalten wird, der sich ja aus eigenem Wunsch heraus von seiner Umwelt völlig isoliert hat und dennoch keine Ruhe findet. Und trotzdem findet eine Veränderung in ihm statt, denn es hat sich viel getan. Das Umfeld ist ein völlig anderes. Und der Mensch ist fähig, seine Gedanken zu steuern, abzuwägen, Fehler einzugestehen, wenigstens vor sich selbst. Man kann diesem Buch sehr viel für sich selbst entnehmen, sich hineinversetzten in die Figur Harold Cleaver. Wer kennt sie nicht, diese Gedankenstrudel, das Grübeln über alte Geschichten, die Ausweglosigkeit mancher Situation. Der Autor zeigt, was passieren kann, wenn man einen Schlussstrich zieht und seinem Leben entflieht und das auf eine sehr glaubwürdige und vor allem beeindruckende Art und Weise.
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