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Kalliope
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Grünschnabel
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Kalliope Sommergeschichten - 2006/10/08 19:53 [i]In den "Kalliope Sommergeschichten" wurden die besten Einsendungen aus einem Internet Schreibwettbewerb für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Hier die Geschichte von Anna Friederike Kokenke (11 Jahre). Weitere Infos gibt es in meinem Profil.


David Beckham kann nützlich sein!

Benjamin musste umziehen. Sein Vater hatte seinen Arbeitsplatz in der Tischlerwerkstatt verloren, weil seine Firma Konkurs gemacht hatte, und seine Mutter arbeitete nur halbtags in einer Bäckerei.
Deshalb konnten sie die teure Miete in der Stadt nicht mehr bezahlen und mussten sich eine kleinere Wohnung in einem Dorf suchen. In Bärdorf hatten sie endlich eine preisgünstigere Wohnung gefunden. Aber Benjamin war nicht gerade begeistert, denn es war bestimmt schwer, wieder neue Freunde zu finden. Und das so kurz vor den Sommerferien! Mit wem sollte er dann spielen, wenn er endlich schulfrei hatte? Außerdem konnte er sich teure Hobbys wie manche andere Kinder einfach nicht leisten. Er hatte Angst, und als der erste Schultag in Bärdorf näher rückte, wurde ihm immer mulmiger zumute. Zuerst sah es dann auch wirklich so aus, als ob er mit seiner Befürchtung, keine neuen Freunde zu finden, Recht gehabt hätte.
Als er mit seinem neuen Klassenlehrer den Raum betrat, merkte er, wie kritisch ihn die anderen ansahen und seine Jeans und sein T-Shirt musterten. Als er dann nach einiger Zeit immer noch nicht richtig mitspielen durfte, beschloss Benjamin, etwas dagegen zu unternehmen.
Die Jungen diskutierten gerade über Fußball und Freddy, der größte Angeber der Klasse, führte mal wieder das große Wort: "Mein Vater kennt Franz Beckenbauer und ich hab einen Fußball mit einem Autogramm drauf." Ohne lange zu überlegen, warf Benjamin ein: "Und ich kenne David Beckham. Soll ich ihn mal mitbringen? Wer ihn sehen möchte, kommt heute Nachmittag um drei Uhr auf den Schulhof!" Alle Jungen starrten Benjamin mit großen Augen an. Freddy rümpfte nur die Nase und spottete: "Das glaub ich dir nicht. Da sind wir aber mal gespannt. Woher sollte einer wie du David Beckham kennen?" Dann drehte er sich um und verschwand. Die anderen Jungen liefen ihm nach und lästerten: "Ausgerechnet der Loser will David Beckham mitbringen? Der ist doch wohl größenwahnsinnig."
Erst jetzt wurde Benjamin richtig klar, was er da so spontan gesagt hatte. Um Viertel vor drei saß er immer noch auf der Treppe vor dem Haus. Er schluckte, denn er ahnte, dass Freddy ihn nun zum Gespött der Schule machen würde. Wie hatte er nur damit angeben können, David Beckham mit zur Schule zu bringen? Schließlich kannte er ihn doch auch nur aus dem Fernsehen. Benjamin war ratlos. Er wusste nicht, wie er aus dem Schlamassel wieder herauskommen sollte.
Da kam plötzlich sein kleiner Bruder mit seinem Kuschelhund, der David Beckham hieß, an ihm vorbei. Na klar! Benjamin schlug sich gegen die Stirn. Das war die Lösung. Er zögerte nicht lange, sondern riss seinem Bruder das Stofftier aus der Hand.
Als er beim Schulhof ankam, warteten schon Freddy und seine Jungs mit ein paar Mädchen auf ihn. Es war sehr schwül und die Sonne knallte vom Himmel. Deshalb waren alle schon ein bisschen genervt. Zuerst dachte Benjamin, er könnte keinen Ton herausbringen. Doch dann hielt er das Kuscheltier hoch und sagte mit fester Stimme: "Darf ich vorstellen? Das ist David Beckham, der beste Freund meines kleinen Bruders."
Ein großes Gelächter brach aus. Empört rief Freddy: "Das ist ja wohl die Höhe! Eine Unverschämtheit, hier mit einem Stofftier aufzukreuzen." Er warf Benjamin seinen "Du spinnst wohl leicht Freddys Zeit zu stehlen"- Blick zu, nahm wütend sein Rad und fuhr weg. Fast alle Jungen und Mädchen taten es ihm nach.
"Nun werde ich wohl keine Freunde mehr finden", dachte Benjamin traurig. Doch plötzlich klopfte ihm jemand auf den Rücken. Es war Martin, der stehen geblieben war. Er lachte und meinte: "Cooler Gag! Dem Freddy hast du es aber richtig gezeigt. Es wurde aber auch höchste Zeit, dass ihn mal jemand von seinem hohen Ross holt und ihn ordentlich veräppelt. Superidee, das Stofftier deines Bruders mitzubringen." Er grinste bei dem Gedanken an Freddys verdutztes Gesicht. Dann beschlossen sie, gemeinsam zum Eiscafé zu gehen, um sich erst einmal eine Abkühlung zu gönnen. Dort fragte Martin Benjamin dann, ob er nicht Lust hätte, in den Sommerferien mit ihm auf der Wiese beim Fischteich zu zelten. Benjamin war begeistert! Seine Eltern würden es ihm bestimmt erlauben, denn sie konnten sich sowieso keinen teuren Urlaub leisten. Er aber würde mit seinem neuen Freund bestimmt viel Spaß haben. Doch nun musste er schleunigst nach Hause, um seinem kleinen Bruder David Beckham zurückzugeben!

Beitrag bearbeitet von: Kalliope, um: 2006/10/08 19:55

Beitrag bearbeitet von: Kalliope, um: 2006/10/09 19:25

Beitrag bearbeitet von: sven, um: 2006/10/12 10:42
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Kalliope Sommergeschichten
Kalliope 2006/10/08 19:53
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